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Achter Band.
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einer engherzigen und schwankenden Politik, die nicht weiterblickte als auf den Nutzen deS Augenblicks, ergaben, endlich daßin der Person Bonifacius VIII das Papstthum gcdemiithigtwurde. Von dieser Zeit an sank die erhabene Weltstcllung deS Papst-thums, noch ehe die Kirchenspaltung des 16. Jahrhunderts ihm diefurchtbaren Wunden schlug, von welchen eS sich nicht wieder voll-ständig erholte. Mit gutem Rechte nannten die Italiener die Ver-setzung des heil. Stuhles nach Avignon die babylonische Gefangen-schaft ; denn wenn auch die Päpste zu Avignon ihre geistliche Supre-matie über die Herrscher nach wie vor ausübten, so ließen sie dochdurch ihren Mantel gar deutlich die französischen Lilien durchschim-mern, zur ernstlichen Beeinträchtigung der von der Kirche gefor-derten unbeschränkten Freiheit.

Clemens V (1303 — 14) benahm sich schwankend undschwach gegen den König von Frankreich, während er widerHeinrich VII mit aller Kraft seiner Vorgänger auftrat, denVorrang des apostolischen Stuhles vor dem Reiche aussprach undden römischen König mit dem Bannstrahl bedrohte, falls er denFuß setze auf den Boden von Neapel, das Lehen der Kirche.Er verhängte den Bann über die Häupter der Republik Venedig,weil sie Ferrara, die unmittelbare Domäne deS heil. Stuhles,gekauft hatten, erklärte die Venetianer für ehrlos bis zum vier^ten Geschlechte, untersagte allen Handel mit ihnen, kündigte einenKreuzzug gegen sie aus und forderte ihre Nachbarn auf, daSGebiet der Republik zu besetzen. Manche auf die reichen Vene-tianer schon längst eifersüchtigen Fürsten machten sich diesen An-laß zu Nutz, beraubten und erschlugen sogar die Bürger der Re-publik, welche erst dann die Lossprechung erlangen konnte, alsdie Stadt, um deren Besitz es sich handelte, ihnen mit Gewaltwieder abgenommen worden.

Auf Clemens V folgte (1316) nach vielen Wirren Jac-ques d' Euse, von Cahors, unter dem Namen Johann XXII,dessen langwierigen beklagenSwcrthen Streit mit Ludwig demBayer wir genauer kennen lernten. Einen andern Zwist begann ermit den Franziskanern, welche gegen die Dominikaner behaup-teten, Christus und die Apostel hätten nichts besessen, weder alsPersonen noch als Kirche. Abgesehen von allem übrigen ist esimmerhin wunderlich, daß die über so große Reichthümer gebie-kenden Päpste Männer verdammten, nur weil sie das Recht fürsich in Anspruch nahmen, arm zu sein. ES begreift sich, daß die