Band 
Achter Band.
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bracht werde. Die Archidiakone, Erzpriester vnd Landdekane über,gäben gar häufig ihre Jurisdiktionen an verächtliche und «nwis,sende Menschen, oder fie mißbrauchten auch dieselbe, um aus dengeringsten Gründen den Bann zu verhängen; daher komme cS,daß drei- bis vierhundert Personen in einer Gemeinde vom Tischedes Herrn ausgeschlossen seien, was die Censuren in Mißkreditbringe und ärgerliche Reden gegen die Kirche hervorrufe. DasUebel rühre daher, daß man hinsichtlich ihres Wissens und ihrerSitten unwürdige Personen zum Priesterthum zulasse, worausfolge, daß an gar vielen Orten man die Geistlichen geringerschätze als die Laien und selbst als die Juden. Sittenlose Pric-sicr drängten sich auS allen Ländern nach Rom, um Pfründenzu erschleichen, und die Ordinarien müßten sie in ihre Diözesenaufnehmen; entehrten sie sich dann durch einen schändlichen Le,brnSwandel, so bliebe eS doch den Bischöfen verwehrt, ihre Kirchemit achtuugSwerthen, unterrichteten und nützlichen Subjekten zubesetzen. Bei einer Kathedralkirche mit dreißig Präbenden seienfünfunddreißig Vakanzen in zwanzig Jahren vorgekommen, derBischof aber habe nur zwei davon zu besetzen gehabt, alle übrigenseien von Rom an die Postukanten verliehen worden und selbstauf die künftigen Erledigungen seien bereits mehrere Aspirantenvorhanden. Darum kehrten auch viele Personen, die sich demPriestcrsiandc bestimmt gehabt hätten, in die Welt zurück undwendeten sich an die Höfe, erbittert gegen die Kirche, welche sievernachlässigte. Statt ihrer habe dieselbe in ihrem Dienste Fremde,die nicht einmal der Landessprache kundig seien oder an dem rö,mischen Hofe rcsidirten; daher komme es, daß das Kirchengutverschleudert, die Offizier« vernachlässigt, die Absichten der Urhe-der der Stiftungen umgangen würden. Man überhäufe Einzelnemit Pfründen, die hinreichten, fünfzig bis sechzig unterrichtetenGeistlichen Unterhalt zu gewähren. Komme dann ein Bischofssitzin Erledigung, so finde man unter dem Klerus des BiSthumSkaum einen irgendwie entsprechenden Kandidaten, und wenn sichauch ein solcher fände, so würden doch die überwiegenden schlech-ten Elemente sich seiner Wahl widersetzen. Darauf ereifert sichder Verfasser der Denkschrift über die Unschicklichkeit der Trachtund die Ueppigkeit im Essen und Trinken. Er bemerkt, die Ca-nonikcr, wenn sie im Chor seien, beschäftigten sich nur mit Lachenund Schwatzen, oder sie gierigen wohl gar spazieren und fändensich erst gegen das Ende des OffiziumS im Cyor ein, um die