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Achter Band.
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Dante geißelte diese Herabwürdigung der Kanzel durchLeuten die mehr an Befriedigung ihrer Eigenliebe, als an dasHeil der Seelen dachten, und sagte von ihnen: „Jetzt predigt

an der rechten Stelle gebraucht und aus dem Leben gegriffen. SeineHomilien sind das, was im Mittelalter Sermones cke teinxore hieß undwie man sie auch bei dem heil. Bernhard antrifft. Vvn dem Festeoder dem Heiligen des Tages wird ein Bezug genommen im Eingängeoder im Verlaufe der Rede; oft wird auch gleich der evangelische Terkzum Grunde gelegt. Die Anlage des Ganzen erscheint in der Regel pas-send und verständig und sollte bisweilen die Zergliederung verunglückenund in den Uebergängen Zwang verrathen, so weiß der natürliche Flußder Rede Alles auszugleichen und die vorherrschende praktische Richtungdes Geistlichen überall auf eindringende, warme Bermahnung hinzu-lenken. Joh. Tauler (wahrscheinlich zu Straßburg 1290 geb., ch da-selbst am 16. Juni 1361) strebte, die kalte und trockene Schulgelehrsam-keit aus der Erbauung und Belehrung des Volks zu entfernen und dafüraus dem Schatze des Evangeliums und in dessen einfacher Weise zuschöpfen, daß der Mensch seinen Grund, Gemüth, Herz und Seele als»lauter und rein bereiten und behalten soll, daß Gott darin mög' seineWerke wirken und Lust und Freude daran haben, wie der Herausgeberseiner Predigten schön und treffend sagt. Großen Einfluß auf ihn hat-ten Meister Ekhart, Nikolaus v. Straßburg, insbesondere aberNicolau s v. Basel, der an der Spitze der häretischen Gottesfreundcstand und gegen Ende des 14. Jahrhunderts als Ketzer in Frankreichverbrannt wurde. Auf jeder Seite seiner Predigten spricht sich eineliefe Wehmuth über die Zerrissenheit des damaligen Lebens aus. Manhat sehr oft behauptet, Taulers Predigten seien ursprünglich lateinischgehalten, oder doch wenigstens geschrieben worden. Es kann aber keinemZweifel unterworfen sein, daß Tauler deutsch gepredigt und daß dieseSprache die Ursprache sämmtlicher Predigten ist, welche wir noch von ihmbesitzen- Das beweist schon die Sprache seiner Predigten und Schriften.Es herrscht durchgängig in denselben das vollkommenste Anschließen desGedankens an die Form, welche sich Tauler zum Theil erst noch bildenmußte. Die deutsche Sprache war noch wenig für theologische und metaphy-sische Gegenstände gcbrauchtworden, sie war arm an Ausdrücken für Begriffe,welche nicht unter dem Volke lebten. Die Mystiker mußten sich daher eineeigene Redeweise schaffen, deren Bestandtheile sie theils der latein. schola-stischen Sprache nachbildeten, theils aus bildlichen, meist biblischen Re-densarten entlehnten. Unter den Taulcrschen Predigten sind mehrere,welche fortgehende zusammenhängende Reihen bilden, worin er den näm-lichen Gegenstand von verschiedenen Seiten betrachtet oder eine Idee wei-ter entwickelt... Es find durchgängig Homilien nach Art der Kirchen-väter; der Tert wird allegorisch oder mystisch ausgelegt und diese Aus-legung mit praktischen Anwendungen begleitet; den Stoff hiezn nimmt