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Freude über die glückliche Wendung der Angelegenheit verwan-delte sich nun in Bestürzung, allein durch GersonS und seinesedlen Lehrers, des Cardinalö d'Ailly, Bemühungen erfolgtendie berühmten Beschlüsse: daß ein allgemeines Conzil nicht ver-legt oder aufgelöst werden könne ohne seine Einwilligung; dasgegenwärtige daher auch nach der Flucht des Papstes in allerKraft fortbestehe; daß Jeder, auch der Papst, was den Glauben,die Ausrottung des Schisma und überhaupt die Verbesserung derKirche in Haupt und Gliedern betrifft, dem allgemeinen Conzilc,daS seine Gewalt unmittelbar von Gott habe, gehorchen müsse,und dieses, wie über alle Christen, so auch über den Papst zu ge-bieten habe"). Die Italiener protestirten, da jedoch beschlossenworden, daß nicht nach Stimmenmehrheit, sondern nach Nationenabgestimmt werden sollte, konnten sie nicht durchdrungen. Darauferließ das Conzil eine Vorladung an Johann XXII, auf daßer sich rechtfertige über die ihm zur Last gelegten schändlichenund der Kirche zum Aergerniß gereichenden Dinge; da er nichterschien, wurde die Untersuchung eingeleitet und er abgesetzt undzu anständiger Haft verurtheill (1415); zuvor war er Lurch denMarkgrafen Friedrich von Brandenburg gefangen genommen,sein Siegel und Wappen zerbrochen worden. Er unterwarf sichdem Urtheile des ConzilS und ward einige Jahre später wiederin daS Cardinalskollcgium ausgenommen. Auch Gregor XIIlegte nun seine Würde freiwillig nieder und ward wieder Car-dinal. Nur Peter de Luna (Bcnedict XIII) blieb hart-näckig, that jeden in de» Bann, der nicht für ihn war und er-klärte, die Kirche sei zu PeniScola, wo er sich befand, wie einstdie ganze Menschheit in der Arche. Alö aber die Spanier sichden übrigen Nationen — der deutschen, französischen, italienischen,englischen — aus denen das Conzil bestand, anschlössen, ward erals Meineidiger, Schismatiker und Häretiker abgesetzt (1417).Er nannte sich zwar nach wie vor Papst, die Christenheit aberbeachtete ihn fortan eben so wenig wie seine beiden Nachfolger,und daS Papstthum zu PeniScola ging geräuschlos unter.
Kaiser SigiSmund verlangte, daß, bevor man zu der Wahleines neuen Papstes schreite, die nothwendigen Reformen in der
*) Gerson OUraet. äs xotvstato Lveles., cons. X und Xll) sagt selber,diese Lehre hätte vor diesem Augenblick für ketzerisch gelte» müssen, undsei ausgestellt worden lediglich wegen der durch das Schisma hervorge-rufenen Unordnung und Verwirrung.