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Kirche vorgenommen werden möchten; die Italiener aber drangenauf die unvcrweilte Papftwahl und verdächtigten die Absichtendes Kaisers und der Deutschen als ketzerische; da auch die ein-flußreichstcn Mitglieder dcS Conzils, wie Peter d'Ailly undGer son, sich der Meinung der Italiener anschlössen, mußteSigismund nachgeben, und die Kirche erhielt endlich wiederein einziges Oberhaupt in dem frommen, gelehrten und mildenCardinal Otto Colonna als MartinV (11. November 1417).Es zeigte sich, daß des Kaisers Befürchtungen nicht ungcgründetgewesen, denn in Bezug aüf die Reformen in der Kirche erfüllteder neue Papft, sehr bedächtig zu Werke gehend, die freilich sehrungestümen Hoffnungen nicht; er räumte allerdings einige derärgsten Mißstände aus dem Wege, wogegen er aber viele anderetheils bestehen ließ, theils sogar bestätigte. Seine vorsichtigeWeise, allmälig vorwärts zu gehen, war jedenfalls die klügere,aber er verlor doch viel Zeit in unnützen Verhandlungen. In.dessen drängten ihn doch die stürmischen Eiferer dazu, die demConzile momentan überlassene Gewalt wieder in die gehörigenSchranken zurückzuführen, indem er entschieden auSsprach: daßNiemand von dem apostolischen Stuhl apelliren oder dessen Ent-scheidung in Glaubenssachen verwerfen dürfe, worauf er das Con-zil für geschlossen erklärte (16. Mai 1418) und sich nach Romverfügte.
Die Väter des Conzils, welche wegen ihrer Beschlüsse gegenden Papst immerhin auf ein gewisses Mißtrauen stießen, ließenes sich um so mehr angelegen sein, hinsichtlich der GlaubenSrei-nigung und der Ergreifung kräftiger Maßregeln gegen die KetzereiEifer zu zeigen. Sigismund hatte die Husitische Irrlehre vordas Conzil gebracht und dieses den Hus, welcher einer Citirungnach Rom nicht gefolgt war, vorgeladen, worauf er mit einemkaiserlichen Geleitsbrief sowohl für sich als die ihn begleitendenböhmischen Edlen versehen nach Kostnitz ging; er rühmte sich so.gar vor seiner Abreise in Anschlagzetteln, er werde alsbald dieVäter des Conzils zu seinen Ansichten bekehren, vermögtcn sieaber im Gegentheile ihm nur einen einzigen Irrthum im Glaubennachzuweisen, so erkläre er sich bereit, die für Ketzer bestimmteStrafe auf sich zu nehmen*). In dieser hochmüthigcn Zuversicht
2) Poi-I-O, Sl INS äs si-rore nliquo oonviesrit, st MC nlienn n a,Ie äovuissvprobavoi'it, nvn reousnbo qunseuniuo Iiwretici posnas perre. ^.staUnssH.