Band 
Achter Band.
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Conzil zu Basel 143t.

Die Vollendung einer durchgreifenden Reform in der Kirchewar auf ein weiteres Conzil verschoben worden, das auch zu Pa-via (1423) eröffnet, wegen der Pest jedoch nach Siena verlegt,

erklärte HnS, daß er lieber sterben, als in einer Ketzerei befangen seinwolle; sei er ja doch gerade in der Absicht zum Conzil gekommen, umsich zu rechtfertigen. Könne man ihn eines Irrthums überführen, sowolle er ohne Zögern denselben abschwören. Durch diese Redensart,deren Sinn, wie Hns ihn nah»,, noch Niemand ahnte, den Papst unddie Cardinäle täuschend, saun er in demselben Augenblicke aus Flucht,weil er jetzt schon Ursache hatte, an einem guten Ansgange der Sachezu zweifeln und ließ sich zu dem Ende in dem Futterwagen eines böh-mischen Edelmannes versteckt zur Stadt Hinausbringen. Er wurde indeßbald vermißt, aufgesucht und, um weiteren Fluchtversuchen vorzubeugen,in dem bischöflichen Palaste, wo auch der Papst seine Wohnung hatte,dann in dem Dominikaner- und später in dem Franziskancrkloster unter-gebracht. Wohl prvtestirten Husens Anhänger gegen diese Maßregel,wandten sich selbst an Sigismund, der zu dieser Zeit in Konstanznoch nicht eingetroffen war, und forderten ungestüm dessen Freilassung,die auch vom Könige anbefohlen wurde; da sie ihm aber den wahrenSachverhalt, die nächste Ursache der Gefangennehmung nicht berichtethatten, wurde der Befehl nicht vollzogen, während Sigismund beiseiner Ankunft das Geschehene billigte und nur darauf bestand, daßHusens Prozeß vor dem ganzen Conzil geführt werde. Dieses geschah.Nachdem noch einmal (in der achten Sitzung) die für den Staat nichtminder als für die Kirche verderblichen Lehren Wiclifss verworfenworden, leitete eine aus Cardinälen, Bischöfen und Rechtsgclehrten be-stehende Commission den Prozeß mit der größten Vorsicht ein, indem siedie Zeugen vernahm, deren Aussagen protokollirte und diese mit denSchriften des HuS genau verglich. Wiederholte Versuche, ihn zum Wi-derruf und dadurch zur Rettung seines Lebens zu bestimmen, bliebenohne Erfolg; deshalb wurde ihm gestattet, vor den versammelten Vaternseine Vertheidigung über die angeschuldigten Punkte zu führen. Voneinigen derselben stellte er in Abrede, sie je gelehrt zu haben; anderengab er eine mildere Deutung; rücksichtlich der Lehren Wiclifss abervermaß er sich der kecken Aeußerung, es seien viele vortreffliche Lehrsätzedarunter, indeß er seine blinde Neigung zu dem englischen Jrrlehrer infolgenden Worten aussprach: „Ich hoffe, er wird selig werden; aber wennich auch denken könnte, daß er verdammt würde, wünschte ich doch, daßmeine Seele dahin käme, wo er ist." Bei solcher Gesinnung war jedesZureden, das von den angesehensten Cardinälen, Bischöfen und selbst vonSigismund an ihn verschwendet wurde, ganz umsonst; er blieb dabei, daßer Widerruf leisten wolle, wenn man ihn aus der Schrift eines Irrthumsüberführe. Dieses war nun aber eine unbedingt unmögliche Sache, da Hns