Band 
Achter Band.
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jedes Kloster nicht nur zu einem Sitze der Heiligkeit und derBildung/ sondern auch des Handelö und GewcrbfleißeS wurde undrasch zu einer Stadt anwuchs. Galluö und Sigebert kamenaus Irland und Schottland/ um an den Ufern deS RheinsAbteien zu gründen, welche als St. Gallen und Disencis Pfle-gerinnen der Freiheit und der Wissenschaft wurden/ wo man zu-erst die deutsche Sprache schrieb/ die ersten Ritterdichtungen ent-standen*). Die Einsiedelei in der Nähe deS Zürcherseeö/ vonwelcher aus der fromme Meinhard seine apostolische Thätigkeitentfaltete/ ward zum prachtvollen Kloster Einsicdcln; Ruprechtgründete ein solches da, wo die Limmath ein Fluß wird, Wickardein anderes da, wo die Reuß dem Vierwaldstättersee entströmt;so entstanden Zürich und Luzern; die Zelle eines AbtS (Abt.Zell)erweiterte sich zur Stadt Appenzell, das Klöstcrlcin deS heiligenFridolin zur Stadt GlaruS. Und bereits blühetcn im romani-schen Helvetien die Abteien St. Moriz, Payerne, RomanS-Mou-tierS, Solothurn, Luzern. Die Hirten und Jäger in den Gegenden,wo solche Gotteshäuser entstanden, errichteten gerne ihre Hüttenin unmittelbarer Nähe derselben, und, wie aller Orten, führtendie Mönche sie zu einem sittlichen Leben an, lehrten sie die Wäl-der ausroden, die Bergströme eindämmen , die Moräste austrock-nen; diese Mönche sind wahrhaft die Schöpfer der Blüthe unddes Wohlstandes des Landes, das ihnen gegenwärtig ein Asylverweigert. Und als die Hunnen verheerend über Europa hin-zogen , schienen selbst diese Berge kein hinreichendes Bollwerkgegen ihre Wuth, und man umgab die Flecken mit Mauern undGräben, auf daß sie den Landbewohnern Schutz gewähren könn-ten im Falle der Noth, und wo nebst einigen Schifferhüttcn etwanur ein Leuchcthurm gestanden, wo ein kleiner Hafen gewesen,bildeten sich Städte (Luzern, Schaffhauscn), die mit den ältern,wie Genf und Lausanne, Krieg führten, und es ordneten sich diefreien Einwohner zu Gemeinwesen, von Patriziern regiert. Ver-schiedene Grafen führten das Regiment und wurden allmälig zuselbständigen Herren, und das geistliche und feudale Negierungs-systcm trugen bei zur Vergrößerung der Bevölkerung, deren Ge-schichte mit denen der umliegenden Staaten zusammenfällt.

') Vergl. meine „Geschichte der deutschen Literatur", S. 24 u. a. a. O.

D. B.