Band 
Achter Band.
JPEG-Download
 

565

tracht. Sie geriethen auch dadurch in Spaltung, daß sie fürdiesen oder jenen Papst Partei ergriffen/ während die Edlen je-den Hader eifrig nährten und zu ihrem Vortheile auszubeutensuchten und die Herzoge von Oesterreich unfehlbar Jedem/ dermit den Eidgenossen anband/ ihren Beistand liehen. Die traurigeReihe dieser inneren Wirren und Zwistigkeitcn begann mit demTode des letzten Grafen von Toggenburg/ da eine Menge Be-werber auftraten um dieses Stammes großes und reiches Erbean beiden Ufern des Rheins. Es gab dann Zürich/ nach Er-oberungen lüstern/ das Zeichen zum Bürgerkriege (1439)/ indemes die Gebiete / welche es aus dem Toggenburger Erbe an sichreißen wollte / mit Hochmuth behandelte. Sein Bürgermeisterscheute sich nicht, den Uznachern zu erklären: Wißt ihr dennnicht/ daß ihr uns gehört/ ihr/ euere Stadt/ euer Land/ euer Habund Gut/ ja euer Eingeweide? Jene aber antworteten: Wirwollen sehen. Während aber Zürich einen so stolzen Ton gegendie Brüder annahm, demüthigte es sich vor den Großen, be-theuerte gegen Friedrich/ es sei unschuldig an dem im Mor-garten und bei Sempach vergossenen Blute/ verband sich mitdem Herzoge und verhieß ihm gegen Abtretung einiger alten Be-sitzungen von Habsburg seinen Beistand gegen die Eidgenossen.Aber entschieden im Nachtheile bei seinen ersten Angriffen/ wäh-rend in ganz Helveticn der Brudcrkampf und die nachfolgendengrausamen Hinrichtungen Ströme von Blut kosteten / wandle essich an Karl VII um Abtretung einiger jener Söldnerbandcn/die eine Landplage Frankreichs waren. Dem König hätte alsonichts erwünschter kommen könne« / und der Dauphin Ludwignäherte sich mit 40,000 Armagnaken der Stadt Basel/ als geradedas Conzil versammelt war / wohl in der Absicht/ dasselbe demWunsche des Papstes gemäß auseinander zu treiben. Ein Häuf.lein tapferer Schweizer trieb zwar/ rasch herbei eilend die Vor-hut dieser kriegsgewohnten Banden zurück/ aber von der Massederselben bei Basel überfallen / fielen alle diese Schweizer / bisauf 16 / denen eS in der ganzen Eidgenossenschaft zur ewigenSchmach gereichte / geflohen zu sein. Der Dauphin hatte somitden Sieg davongetragen/ aber zu einem solchen Preise/ daß er esnicht wagte/ den Krieg fortzusetzen und sich zurückzog / wobei je-doch seine Banden als wahre Mordbrenner so entsetzlich hauste«/daß in diesen Gegenden die Erinnerung an die „Schinder" nochnicht erloschen ist. Der Prinz aber hatte jetzt die Tapferkeit der