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Achter Band.
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kaufe»/ durch Sittenverderbniß im Innern und durch Bürger,kriege; sie wurden bestraft dafür/ daß sie daS für die Freiheitihrer Berge einst so hochherzig vergossene Blut für schnödes Gelddienstbar machten, indem sie die Ehrfurcht vor ihren selbstgewähl-ten Obrigkeiten, die Liebe zum Ackerbau und zu der Väter frommeinfacher Sitte einbüßten.

Fünfzehntes Kapitel.

Italien. — Tyrannen. — Sizilianische Vesper. —Römerzug Heinrichs VII. — Robert von Aeapel.— Ludwig von Pariern. — Karl von Pöhmen. —Cola di Rienzi.

Die Länder des alten Lombardenbundes sahen sicbenzig Jahrelang*) keine Kaiser, die sich wenig kümmerten um den „GartendeS Reiches". Indem die Päpste Rudolf v. Habsburg dahinbrachten, daß er jeden Anspruch auf das Patrimonium St. Petribei Seite ließ, vollendeten sie den Bau der Unabhängigkeit Ita-liens; Rudolf selber trat um Geld allen den Städten, die siebezahlen konnten, die königlichen Vorrechte ab. Es war diesfür sie ein günstiger Zeitpunkt zur Befestigung ihrer Verfassungen;aber statt denselben in solcher Weise zu benutzen, befeindeten sichdie Italiener gegenseitig aufs Bitterste und schmähten selber ein-ander, so daß sie fremder Herrschaft leicht verfallen mußte».

Die Faetionen der Guelfen und Ghibellinen entstanden ausdem Kampfe des KaiscrrhumS mit dem Papstthume, hörten mitdiesem Kampfe keineswegs auf, wurden vielmehr nun um so ver-bissener; aber diese Rainen bezeichneten jetzt nicht mehr zwei

') Dom Tode Friedrichs H im Jahr 1250 bis zum Einfall K a r l s VIIIim Jahr 1494. Diese Zeit großer politischer Zerfahrenheit und Wirr-niß in Italien war zugleich die Blüthezeit seiner Literatur und Kunst,«ine Periode unausgesetzter geistiger Entwicklung, in welcher Italien ausdie üderalpinischen Länder einen intellektuellen Einfluß ausübte, großerals zu irgend einer Zeit seit deni Falle des römischen Reiches.