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kannt in dem unscheinbaren Gewände eines Pilgers, und kaumwar er gekrönt, als er auch wirklich an demselben Tage nochdavonging. Er flicht — rief nun der enttäuschte Petrarcaauö — er flicht, ohne daß ihm Jemand folgt; Italiens Herrlich-keiten flößen ihm Abscheu ein! Zu seiner Entschuldigung führter an, er habe gelobt, nicht länger als einen Tag in Rom zuverweilen. O Tag der Schmach, o klägliches Gelöbniß! DerPapst, welcher Rom entsagt hat, will nicht einmal dulden, daßAndere daselbst verweilen! — Unterwegs beschimpfen ihn Siena,Pisa, Cremona, und er steckt den Schimpf geruhig ein; dieVisconti schloffen ihm ihre Thore und er ertrug dies gleichmü-thig, sich tröstend mit dem Gedanken an sein Böhmen und dieSchätze, welche er in daö Stammland heimbringen würde.
Inzwischen aber litt unter diesen Zuständen das arme Jla-lien, zertreten von Leuten aus allen Nationen, von KarlsBöhmen, Polen, Kroaten, von des Papstes Spaniern, Breto-nen, GaScognern, Provenzalen, von der Visconti Deutschen,Engländern, Burgundern. Vor allem litt Rom durch das Fern-bleiben der Päpste, seiner einzigen Lebensquelle; in heillosem Zu-stande waren daselbst Justiz und Verwaltung, die Straßen besäetmit Trümmern von Trümmern, weil die Ueberrcste der antikenBauwerke als Material verwendet wurden, die Kirchen zerfallen,beraubt die Altäre, entblößt die Priester alles nothwendigenSchmuckes und GerätheS zum Gottesdienste. Römische Großetrieben Handel mic den klassischen Denkmälern, womit die benach-harten Städte und daS „müffige Neapel" sich zierten*). Undin dieser Trostlosigkeit kämpften immer erbitterter gegen einanderdie Parteien der Colonna und der Orsini, aus denen gemeiniglichder Senator gewählt wurde. Weil sie sich der einen oder derandern Partei anschließen mußten, um nicht zu Grunde zu gehen,hatten auch die anderen Edlen ihre Paläste, das Coliseum unddie sonstigen Denkmäler altrömischer Herrlichkeit in Besten ver-wandelt. In der Landschaft hausten Räuberbanden, die zügel-losen Barone verschonten selbst die Asyle der gottgeweihtcn Jung-frauen nicht, entehrten die Töchter, entführten die Frauen der
*) Vs vestris marmoreis eolumnis, äo 1!m!n!bus templornm .... äe ima-sepulol'vpümj sub yuibus patrum vestrorum vensradilis oimserat, nt rsllyuas sileam , äesiäiosL Xeapolis aäornutuk'. So P e-trarcci, dessen Briesen wir dieses Gemälde entnehmen.