Band 
Achter Band.
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trieb Grammatik und Rhetorik und zeichnete sich früh durch seineBedeutung auS. Die alten Klassiker / vor Allen Sallust, Livius,Cicero/ Seneca/ ValcriuS Maximus und die sämmtlichen Dichterlas er mir großem Eifer. In der Philosophie waren außer Se-ncca und Cicero — SymmachuS und Boethiuö/ welche er als dieletzten Römer ehrte/ seine Führer. Auch die Bibel durchforschteer in ihrem ganzen Umfange und passende Sprüche aus derselbensowie ihre Sprache waren ihm immer gegenwärtig. Außer denalten Schriftstellern erforschte er rastlos die Inschriften/ Statuenund Ruinen des Alterthums/ welche in der Stadt und Umgegendzerstreut lagen/ und Niemand wußte sie besser zu deuten / als er.Aus Schriftstellern und Denkmälern hatte er sich ein Bild deralten Größe und Herrlichkeit seines Vaterlandes zusammengesetzt/wovon er seinen Bekannten mit feuriger Beredtsamkeit erzählte.Verglich er aber jene frühern Zeiten mit der Gegenwart- so riefer wiederholt aus: Wo sind jetzt jene wackeren Römer? wo istihre erhabene Gerechtigkeit? O könnte ich zu einer Zeit leben,worin solche Männer blühten! So war bei ihm die Kunde desAlterthums keine blos gelehrte- sondern sie ward gleich auf dieGegenwart angewendet- stets mit den ganz verschiedenen Ideenderselben vermischt und erhielt eben dadurch einen romantischen,oft phantastischen Charakter. In der lateinischen Rede brachteer eS nach dem Geschmacke seiner Zeit zu hoher Vollkommenheitund Petrarca sagt von ihm: er sei sehr beredt und gewandtim Sprechen gewesen und habe seine Zuhörer zu überzeugen vcr-möcht, und beim Schreiben sei sein Ausdruck angenehm und leicht,und wenn auch nicht reich - doch lieblich geschmückt; unS mußder Styl durchgehends sehr gekünstelt und überladen erscheinen-und zu oft zeigt sich ein Haschen nach seltenen und alterthümli-chen Redensarten und Wendungen; dabei fehlt es nicht an Stel-len- welche wahre Beredtsamkeit, Gewandtheit und scharfen undbittern Witz zeigen. Alle wichtigen Angelegenheiten wurden da-mals noch in lateinischer Sprache verhandelt- doch hatte nach denMittheilungen der Lebensbeschreibung Cola's Rede auch in derVolkssprache denselben Charakter; aber weil er aus dem vollenHerzen redete, so vermochte er immer seine Zuhörer mir sich fortzu reißen. Dabei war er schön von Gestalt und ein gewissesphantastisches Lächeln gab seinem Gesichte einen eigenthümlichenAusdruck. — Was Cola's Gemüth noch ganz besonders aufregteund ihn über den Kreis seiner Geburt hinaushob- war ein Ge-