Band 
Achter Band.
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vorlesen, aber Cola ließ alsbald die Trompeten und Pauken somächtig ertönen, daß Niemand die Worte der Gegenrede verneh-men konnte. — Nachdem die Messe beendigt war, folgten die an-deren Festlichkeiten. Der latcranische Palast war ganz zu Fest-sälen umgewandelt, Mauern waren durchbrochen, Treppen ange-legt, und außerordentliche Vorräthe der köstlichsten Speisen undWeine aufgehäuft. Der Tribun saß unter den Männern im gro-ßen Saale mit dem Vikar allein an dem marmornen Tische, dessensich sonst der Papst bediente, seine Gemahlin bewirthete dieFrauen in dem neuen Theile des Palastes. Die Gesandten brach,ten reiche Geschenke an Pferden, Saumthieren, Gold, Silberund kostbaren Steinen dar, im Werthe von 30.000 Goldguldcn.Allen Gesandten aber steckte der Tribun einen goldenen Ring anden Finger, um dadurch die Stadt, welche sie vertraten, mit sichzu vermählen. So sollten alle Städte Italiens, eng verbundenmit Rom und unter sich, gleichsam nur eine Familie bilden, aufdaß jede Feindseligkeit und Parteiung aufgehoben würde. Danngingen Boten mit Briefen nach allen Seiten, um die Nachrichtvon der Feier und den gefaßten Beschlüssen zu verkünden, unddie Fürsten und Völker zur Theilnahme daran und zugleich zumFrieden und zur Versöhnung unter einander aufzufordern. SolcheErmahnungen ergingen besonders an die Könige von Frankreichund England, deren Feindseligkeiten damals als das größte Un-glück der Christenheit erschienen, und der Papst ward zugleichgebeten, seine Vermittlung dabei anzuwenden. Beide Königeantworteten dem Tribunen freundlich, doch kam der Bote Frank-reichs erst nach dem Falle Cola's an. In Deutschland verach-teeen die Fürsten seine Vorladung, nachdem sie einen Rathdarüber gehalten hatten, und nur Ludwig von Bayern sollein früheres Schreiben von ihm freundlich beantwortet und ihnsogar gebeten haben mitzuwirken, auf daß er von dem Bannebefreit werde. Der allgemeine Eindruck, welchen diese Feierlich-keit und die damit verbundenen Handlungen auf die Gemüthermachten, ward noch dadurch vermehrt, daß sich das Gerücht da-von auch sagenhaft ausbildete. So hieß es bald allgemein, derTribun habe außer den deutschen Kaisern und Fürsten auch denPapst nach Rom vorgeladen, dann das Schwert aus der Scheidegezogen und zur Bezeichnung der drei Welttheile drei Schlägein die Luft geführt mit dem Ansspruche: das ist mein, das istmein und das ist auch mein. — Turniere und Festlichkeiten dauer-