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Uebrigens kam unter diesen Truppen/ als sie nicht mehr blosaus geworbenen Banden bestanden/ sondern ein Hauptmann ihmbekannte Männer/ Vasallen oder Verwandte um sich sammelte/auch eine bessere Krtegszucht auf/ Achtung vor dem Banner/ Be.streben/ in höhere Grade aufzurücken/ Sorge um den guten Rufdes einzelnen Mannes wie des ganzen Corps/ treue Anhänglich,keit und Respekt für den Hauptmann/ der nach einem dauernderenund werthvollercn Besitz als dem des Geldes trachtete.
Jeder Hauptmann hakte seine eigene Kriegskunst/ sein eige-nes System der Taktik. Alberico da Barbiano verbesserte dieRüstung und Bewaffnung; Braccio theilte seine Truppe in vielekleine Abtheilungen unter zahlreichen Führern/ so daß der Feindihm gegenüber nicht blos Eine Schlacht zu schlagen hatte/ son.dern in immer erneuten Kämpfen seine Kraft erschöpfte gegendie nach einander vorrückenden CorpS; Sforza dagegen/ dereben so beharrlich und ruhig war wie der erstere stürmisch/ hieltseine Truppen in großen Massen zusammen/ die in Geschlossenheitund Uncrschüttcrlichkeit gewannen/ was sie an leichter Beweg,lichkeit einbüßten; so bildeten sich gleichsam zwei entgegenstehendeSysteme oder Schulen/ die der Bracceschi und SforzeSchi/ welchein den Kriegen dieser Zeit mit einander wetteiferten.
Da sie nicht auS Haß oder Politik/ sondern weil es eben ihrGewerbe war/ kriegten/ durften sie nimmer übersehen/ daß siemorgen vielleicht unter den Befehlen desjenigen dienten/ den sieheute bekämpften. Es war daher Sitte unter diesen Bande«/einander so wenig Schaden als möglich zuzufügen/ eher Gefangenezu machen als zu tödten/ namentlich aber die Pferde zu verschonen/welche schwerer zu ersetzen waren als die Menschen; die Gefan-gcnen wurden ausgewechselt. Der Krieg ward in solcher Weisezu einer Reihe von Märschen und Gegenmärschen und die Schlach.tcn bestanden in einem Anprall / wo eS mehr darauf ankam/ sichzu stoßen und zu dränge»/ als einander wehe zu thun/ und wennBlut vergossen ward/ dies auS Unachtsamkeit geschah/ so daß eineRauferei in einer Stadt in der Regel gefährlicher war als eineregelmäßige Schlacht*). Verstand und Schlauheit ersetzten den
*) Nach Machiavell blieben in der Schlacht bei Sagonara (1424), woAngelo della Pergola den Karl Malalesta schlug und gefangennahm, nur drei Menschen, die im Schlamm erstickten. So kämpfte manauch an der Molinella (1467) „einen halben Tag lang; nichts destowe-