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Antheil am Erbe. Das Haus OrleanS machte nun wegen derValentine Visconti Ansprüche auf Mailand geltend/ aberdas Herzogtbum Mailand war kein Kunkellehen: noch wenigerberechtigt war aber darum Francesco Sforza als Gemahleiner natürlichen Tochter Philipps. Um dem Reiche einenAnspruch kraft des HcimfallrechteS zu geben, war die Beleh.nungSurkunde Wenzels keine genügende Grundlage, zudem wardiese Urkunde von den Neichöständen nicht anerkannt worden.Alphonö V von Neapel brachte ein zu seinen Gunsten vonPhilipp Maria ausgestelltes Testament bei, aber selbst wenndieses Testament ächt gewesen wäre, was mit Grund bezweifeltwerden kann, so handelte es sich doch wahrlich nicht um einEigenthum, über welches der Besitzer frei schatten und waltenkann. Der matländische Staar war ein von, Konstanzer Friedenanerkannter freier Staat, der die politische Regierung den Vis,conti anvertraut hatte und beim Erlöschen dieser Familie wiederselbstherrlich wurde.
Dieses ihres Rechtes waren auch die Mailänder sich vollkom-men bewußt,- verwarfen nach den gemachten Erfahrungen dieHerrschaft eines Einzelnen als einen „heillosen Zustand" undgründeten, zur Volksregierung in alter Weise zurückkehrend, die„goldene ambrosianische Republik". Alsbald rufen die Capitanidie Verbannten zurück, erlassen strenge Verbote gegen Fluchenund Gotteslästerung, gegen Glücksspiele aller Art, gegen dasTragen von Waffen, gegen den Verkauf von Brod, welches nichtdas Zeichen deS Bäckers trug u. dgl. m.; aber sie lassen sich auchdie Hebung der Schulen angelegen sein und erlassen einen Auf,ruf an die vorzüglichsten Lehrer „unter Bedingungen, mit denensie billigerweisc sich begnügen konnten". Alsbald machten sichaber auch die übrigen Städte von der Metropole unabhängig undPavia, Como, Alessandria, Novara, Tortona stellen ihre Volks,thümliche Verfassung wieder her oder wählen sich Signori.
Es hätten sich jetzt in Italien drei mächtige Republiken btl-den können, Venedig, Florenz und Mailand; es hätten sich ver-einigen können die gereifte Scaatsklugheit der ersten, die Han.delSblüthe der zweiten, die glänzende Kultur der letzten, und imBündniß mit der Tapferkeit der schweizerischen Eidgenossen hättensie alS ein Verein von Freien den Uebergriffen der angränzendenmonarchischen Staaten entgegentreten können. Aber Florenzbegann bereits mit Cosmo, aus dem Hause der Medici, sich