Band 
Achter Band.
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schätzend, fanden sie irgend einen fiorentinischen Wechsler, der sieaus der Verlegenheit riß. Bei seinem Einzüge in Florenz hieltihm Carlo Marzuppini, der Staatsschreiber, eine jenerphrascnreichcn und inhaltsleeren lateinischen Anreden im Ge-schmack der Gelehrten jener Zeit; aber Aeneas SylviuSPiecolomini erwiderte im Namen des Kaisers, seines Herrn,-in sehr positiver Weise mit einigen Forderungen, auf welcheMarzuppini nichts zu erwidern vermochte — in Ermangelungder Vorbereitung.

Friedrich harte seinen Neffen WladiSlaw PosthumuSbei sich, der fast ein Gefangener war; die Ungarn machten einComplott, um ihn zu entführen, aber die Florentiner vereiteltenihr Vorhaben, wogegen sie, obgleich vergeblich, sich beim Kaiserzu Gunsten des Prinzen verwendeten. In Rom empfing Fried-rich die Krone und die Hand Eleonorens (18. März); erbesuchte den glänzenden Hof deö Königs Alphons zu Neapelund bei seiner Rückkehr verlieh er um Geld.dem Borso d'Esteden Titel eines Herzogs von Modena und Reggio und Grafenvon Rovigo und Eomacchio; überhaupt verlieh er für klingendesGeld Würden und Gerechtsame allen denen, die auf dergleichenWerth legten, und wer daö Diplom bezahlte, konnte Edelmann,Notar, Pfalzgraf u. s. w. werden. Die Insel Murano war be-rühmt wegen ihrer Glasarbeiten, die so gesucht und geschätztwaren, daß ein Springbrunnen aus Krystallglas mit Silber be-setzt von einem mailändischen Herzog mit 3500 Dukaten bezahltwurde. AlS nun Friedrich nach Venedig kam, beschenkte ihndie Signoria unter andern Dingen auch mit einem solchen glä-sernen Tafelaufsatz, aber der kaiserliche Hofnarr gab auf einZeichen seines Herrn dem Tischlein, auf welchem dieses Serviceaufgestellt war, einen Stoß und alle die kostbaren Gefäße fielenin Scherben auf den Boden; während aber die Anwesenden den

zum Erstenmale nach Rom reiste, mußte er im Schloß Capranica eineZuflucht suchen, bis der Bischof von Lombcs ihm mit 100 Rittern dasGeleite gab. Giov. Barile, von Robert von Neapel abgesandt, umder Krönung des Dichters beizuwohnen, wurde unterwegs ausgeraubtund mußte umkehren. Giov. Villani (III, 80) erwähnt als einemerkwürdige Thatsache, daß eine vom Eonclave zu Perugia abgesandteDepesche von Kaufleuten durch ihre Kouriere in 1l Tagen nach Parisbefördert wurde.

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