Band 
Achter Band.
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gcr eingeschüchtert erblickend durch das voin Papste verhängteInterdikt, faßt Loren zo rasch einen Entschluß, der durch seineHochherzigkeit die Feigheit der eilig heranziehenden Gegner be-schämte, und während Lies- erklärten, allein gegen ihn dasSchwert gezogen zu haben, verfügte er sich in Person zum KönigeFerdinand von Neapel ^81^*). Durch einen so äußerer»

*) Mir folgendem Schreiben zeigte er der Signoria seine Abreise nachNeapel an:

„Erlauchte Herren, wenn ich nicht in anderer Weise Euch, erlauchtenHerren, die Gründe meiner Abreise kund gegeben, so geschah dies nichtaus Eigendünkel, sondern weil mich dünkt, es sei, unter den bedenklichenVerhältnissen, i» welchen sich eure Stadt befindet, angemessener zu han-deln als zu rede». Da nun nach meinem Urtheile diese Stadt den Friedenwünscht und auch dessen dringend bedarf, und ich jedes andere Mittelunzureichend finde, schien es mir, es sei besser, wenn ich mich selber einigerGefahr aussetzte, als daß die ganze Stadt gefährdet werde. Ich habemich darum entschlossen, mit eurer Erlaubniß, erlauchte Herren, aus freienStücken mich nach Neapel zu verfügen. Da ich wirklich derjenige bin,den vornehmlich unsere Feinde verfolgen, so vermag ich vielleicht, indemich mich in ihre Hände begebe, den Frieden für euere Stadt herbeizu-führen. Denn ich erachte, daß von zwei Dingen eines nothwendig ein-treten muß: entweder liebt des Königs Majestät wahrhaft die Stadt, wieer verkündet hat und auch von mancher Seite geglaubt wird, und erwill durch diesen Angriff eher unsere Freundschaft erobern als unsererFreiheit uns berauben, oder seine Majestät wünscht eigentlich den Unter-gang dieser Republik. Ist seine Absicht eine gute, so gibt es kein besseresMittel dies zu erproben, als daß ich mich freiwillig in seine Gewaltbegebe, und es ist dies auch, ich wage es zu behaupten, das einzige Mittel,einen Frieden zu erlangen und zwar, wo möglich, unter ehrenvollenBedingungen. Trägt dagegen des Königs Majestät sich mit dem Ge-danken, unsere Freiheit zu beeinträchtigen, so dünkt mit'S Vortheilhaft,darüber bald Gewißheit zu erlangen, und zwar besser auf Gefahr einesEinzelnen als der Gesammtheit; daß ich nun aber dieser Einzelne, istmir aus zwei Gründen höchst erwünscht. Zunächst weil ich, als derjenige,den hauptsächlich unsere Feinde verfolgen, leichter die Ansichten des Kö-nigs berichtigen kann, denn es kennte wirklich der Fall sein, daß unsereFeinde nur gegen mich erbittert sind; der andere Grund ist, daß, da ichin der Stadt mehr Ehren erhalten und zu einer höher» Stufe gelangtbin, als nicht nur mir, sondern wohl irgend einem Bürger in gegenwär-tiger Zeit zukommt, ich mich auch für verpflichtet erachte, für mein Vater-land mehr als jeder andere zu thun, ja mein Leben für dasselbe ansSSpiel zu setzen. Und in dieser freudigen Stimmung begebe ich michauf den Weg; denn Gott will vielleicht, daß dieser Krieg, begonnen mit