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Krone erlangt und alle seine Feinde gedemüthigt hatte, benutzteer die durch daö große Schisma herbeigeführte» Wirren, umRom zu besetzen (1408), dessen König er sich nannte. Die Flo-rentiner, gemäß ihrem Grundsätze, daß keinem Herrscher dasUebergewicht in Italien dürfe eingeräumt werden, verweigertenihm die Anerkennung, nahmen Braccio da Montone gegenihn in Sold und unterstützten Ludwig 1t, als dieser mit päpst-licher Hülfe von Avignon heranzog. DaS Lilienbanner wehtean der Spitze deS HeereS und die mit den Sienesen vereinigtenFlorentiner bemächtigten sich Roms; auch trug Ludwig beiRoccasccca einen Sieg über WladtSlaw davon, aber der Sie-ger, dem seine Geldmittel ausgingen, mußte sehen, daß der Be-siegte alle seine Soldaten kaufte und schimpflich abziehen. Nunsuchten die Florentiner einen Frieden zu Stande zu bringen,dem Wladislaw und der Papst (Alexander V) beitracen(1411), aber jener ergriff den ersten besten Anlaß, um abermalsRom zu besetzen. Die Florentiner bereiteten sich, ihn zum zwei-tenmale daraus zu vertreiben, als er von einer schrecklichen Krank-heit — hervorgerufen, wie es hieß, durch Zauberirank oder Gift— befallen wurde; zeitweise» Wuthanfällcn unterworfen, währendderen er die ärgsten Grausamkeiten beging, steigerte sich sein Uebelbis zur Tobsucht, von der ihn im vierzigsten Jahre der Tod er-löste (1414).
Johanna II.
Seine drei Jahre ältere Schwester Johanna 11 war seineNachfolgerin. Häßlich und sinnlich, war sie daS Spielzeug un-würdiger Günstlinge. Jak.ob II v. Bourbon, Graf von derMark, den sie zum Gatten nahm, wollte nicht blos dem Namen,sondern auch der Sache nach König sein, hielt sie gefangen,ließ ihren Liebhaber, den Großseneschall Pandolfcllo Alopoauf die Folter spannen. Die Barone und das Volk aber wolltennicht dulden, daß ihre Königin wie eine Sklavin behandelt werdeund befreiten sie mit Gewalt; Jakob mußte sich demüthigendeBedingungen gefallen lassen, ward sogar selber eingekerkert undbeschloß endlich in einem Kloster seine Tage. Sein Fall gab dieVeranlassung, die Franzosen von allen Stellen zu entfernen unddieselben mit Italienern zu besetzen, während -das ganze Ver.trauen der Königin sich dem Gianni Caracciolo zuwandte.
Dieser hätte bei seiner bedeutenden geistigen Begabung und