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einer Provinz herabsank. Drei Jahrhunderte lang währte dieseunglückliche Epoche, während deren die Könige von Neapel unddie Päpste die auch nach dem Untergang der Freiheit die Inselfortwährend zerreißende Zwietracht nährten.
Den ersten Rang unter den Baronen nahmen die HäuserChiaramonti und Alagona ein, von denen jenes italienisch gesinntund daher volksthümlicher war, das andere dem spanischen Inte-reffe diente. Ueberhaupt aber seufzte das Land unter dem Jochder lateinischen und der katalanisch cn Partei, die Steuern,Verwaltung, Justiz und Kriegswesen an sich gerissen hatten. Stattdaß die Städte ihre Munizipalvcrfassungen hätten befestigen undverbessern können, wurden sie von den Großen tyrannisirt, dieihnen die Magistrate gaben und an die Stelle des königlichenHauptmannS, den sie verjagten, irgend einen Baron einsetzten,nicht anders, als handelte es sich um ihr Eigen. Und als MartinMiene machte, die königliche Macht nicht blos zum Scheine aus-zuüben, schloffen die Barone, ihre Fehden außer Acht lassend,zu Castronvo einen Bund Behufs gegenseitiger Hülfeleistung; dasie ohnehin den Papst für sich hatten, blieb dem König nichtsübrig, als ein gütliches Abkommen zu treffen und wenigstens zuversuchen, den frühern Zustand der Dinge herzustellen, die derKrone entfremdeten Einkünfte wieder zu erlangen und sich miteiner kleinern stehenden Hceresmacht zu umgeben, bestehend aus300 Helmen, von denen 100 Eingeborne, die übrigen Ausländer.
Kaum aber hatten diese Reformen einigermaßen angeschlagen,als neue Unruhen auSbrachen. Beim Tode Martins 41 (1412)erhob zunächst die nationale Partei ihr Haupt, und Mcssina, dereinst für die Freiheit gebrachten Opfer sich erinnernd , schütteltedas Joch der Fremden ab, um dem Papste Treue zu geloben, derdie Aragonesen des sicilischen Thrones für verlustig erklärte,weil sie den Tribut nicht bezahlt hatten. Aber die Barone waren,schon aus Widerspruch gegen das Volk, hiemit nicht einverstanden;sie schlugen sich auf die Seite der Feinde des Volkes und derBürgerkrieg währte fort, bis endlich Ferdinand vonKastilien,der auf den aragonischen Thron gelangt war, von allen Parteienals rechtmäßiger Herrscher von Sicilien anerkannt wurde (1412).
Alphons der Großmüthige. 1416.
Ferdinand kam nicht einmal nach Sicilien und sein Nach-folger Alp hon ö V (1) erschien zwar auf der Insel, aber nur um