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Znnocenz VUl. 1484.
ES siel indeß diese Wahl auf den Genuescn GiambattistaCibo, der sich Jnnocenz Vlll nannte und von welchem Spott,gedichte behaupteten, daß er mit vollem Rechte sich Vater nenne.Er that viel für die Verschönerung Roms und bestrafte einigeVerfälscher von Bullen, mit denen arge Betrügereien getriebenwurden, ließ sich aber ganz und gar von seinem Neffen Frau-ceschetto Cibo beherrschen, der Schätze aufhäufte, indem erden Räubern, von denen cS in Rom wimmelte, gegen großeSummen Straflosigkeit verkaufte; auf seinen Rath schuf Jnno.eenz eine Menge neuer Stellen, die theuer überlassen wurden anSolche, welche sich durch Verhandelung der apostolischen Gnadenfür das ausgelegte Geld schadlos hielten.
Den Klerus alS seiner Regierung untergeordnet betrachtend,hatte Venedig stets von sich aus die Pfründen und Würden inseinen Gebieten vergeben; dem widersetzte sich nun Jnnocenz,da er die Besitzung der Bisthümer Padua und Aquileja an sichziehen wollte, gleich wie der Erhebung des ZehnrS von den Kir.chenstiflungen im Venezianischen. Ferdinands I von Neapeltreuloser Politik setzte er eine nicht minder unaufrichtige entgegen,aber die kirchlichen Angelegenheiten vernachlässigte er, trotzdemer im Gegensatz zu so vielen seiner Vorgänger, die ihr Leben inheiliger Großmuth dahtngegebcn — die Sorge um Erhaltungseines Daseins so weit trieb, daß er sogar Lurch das Blut vondrei Kindern das seine auffrischen ließ!
Die Unwürdigkeit so mancher Päpste machte die Kata-strophe, die mit Riesenschritten herannahte, unvermeidlich, aberwir brechen hier ab, ehe wir eines Trägers der Tiare zu gedenkenhaben, dessen Leben und Wirken die traurigste Seite in der Ge.schichte der Päpste bildet.
Achtzehntes Kapitel.
Zustande und Sitten in Italien. — Handel. —Seestädte.
Die zahllosen Herrschaften, in welche Italien zerfallen war,sind nun bis auf wenige zusammengeschwunden, die sich gegen,seitig im Gleichgewichte halten, so daß keine übermächtig werden