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Achter Band.
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Gehorsams. Inzwischen aber leiden die Völker, macht sich dieKnechtschaft verhaßt und um so ersehnter die Vortheile der Frei.heit, die zu erwerben bald jedes Opfer leicht erscheint, bis end.lich an die Stelle der Glcichhetr vor einem Herrn die Gleichheitvor dem Gesetze tritt.

Die verschiedenen Staaten bildeten abgeschlossene Einheiten,und die Vernichtung eines solchen wäre eben so wohl ein politi.scher Mord gewesen wie die Zerstörung einer großen Monarchie.Es ist gerade, alS wollte heutzutage jemand den Vorschlag machen,man solle Neapel dem Großherzog von Toskana unterwerfen.

Dieses muß man nicht außer Acht lassen, um den Widerstandder Florentiner oder Venetianer gegen den Ehrgeiz der Viscontioder der angevinischen Fürsten zu begreifen, und selbst die Staats-männer des folgenden Jahrhunderts haben sie gepriesen als Vcr-theidiger italischer Frecheit. Außerdem hatten sie auch eigentlichgar keinen ernstlichen Grund, ihre Individualität zu opfern, dadie bestehende Spaltung der Unabhängigkeil des Vaterlandes keineunmittelbare Gefahr drohte; denn diese Gefahren traten erstunter Karl ein. DaS Land Einem Willen zu unterwerfen,wäre darum nur der Eroberung gelungen, diese aber hätte diedavon betroffene Generation unglücklich gemacht und vielleichtdas in dem uneinigen Italien so kräftig pulsircnde Leben völligausgelöscht"). ES wäre dies wohl um so eher der Fall gewesen,alS die bürgerliche Gesellschaft in gar viele Körperschaften undInnungen zerfiel, von denen jede ihre Gerechtsame und eine ge-wisse Sclbstherrlichkcit besaß; dies ging nämlich so weit, daß,alS Florenz Pisa, und Venedig Padua unterwarf, die Wollen-und Seiden-Jndustrien in den besiegten Orten dem Interesse undder Eifersucht der geschäftöverwandren Bürger der siegenden Städtegeopfert wurden.

Zweifelsohne ist's beklagenöwerth, daß die damaligen Italic-ncr sich allzusehr den Blick in eine vergangene Zett gerichtethielten, da doch, weil die Lebenskraft der beiden verflossenenJahrhunderte einmal aufgebraucht war, zur Herstellung einerneuen Ordnung das Gefühl und Verständniß der Gegenwart-

Machiavel selber bemerkt, daß die Menge der großen Männer vonder Menge der Staaten abhängt, in dem Maße, wie diese vernichtetwerden, nehmen auch jene ab, mit der Gelegenheit, ihre Fähigkeitenauszuüben.