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erste Bedingung gewesen wäre, statt zerspalten, mit verschieden,artigen Gesetzen, Satzungen, Kulrurzuständen, Mundarten, dentödtlichen Streich zu erwarten. Aber darum darf man doch nichtvon jenen Männern Opfer verlangen, denen auch ihre Rachkom.mcn sich nur gezwungen gefügt hätten, dürfen wir nicht in ihreZeit die Anschauungen und Wünsche der unsrigen verlegen, dürfennicht erwarten, sie hätten Uebel voraussehen sollen, welche, vonAußen gekommen, die Berechnungen der Staatsmänner und dieAnstrengungen der Tapfersten zu Schanden machten. Im demokra-tischen Leben gewinnt der Mensch eine hohe Idee von seinemLande und sich selber; in den Versammlungen spricht er sich ohneScheu auS, weil er nicht daran denkt, man könne ihm die Ach.tung versagen, die er seinen Mitbürgern nicht vorenthält, und erberücksichtigt bei denen, mit welchen er sich unterhält,, mehr dieIdeen und Gefühle alö die Ausdrucksweise, mehr den Inhalt alsdie Form. Die ganze italienische Literatur dieses Jahrhundertsbezeugt dicS, sowie Laß die Italiener ein Vaterland hatten, dieFranzosen nicht aber einmal dieses Wort kannten*). Für die.jcnigcn, welche nachdenken, wird das Uebel nicht bestehen in demMangel an Einheit unter Allen, sondern vielmehr in dem Be-harren, daS ganze öffentliche Leben in einem einzigen Centrumzu vereinigen, waS damals und seitdem alö sehr nachthcilig be.trachtet worden. In der That war auch daö Land verloren, alsman alle diese kleinen Körper unterdrückt und an die Stelle ihresfreien und frommkräfligcn Lebens ein künstliches farbloses Daseingesetzt hatte. Man suchte da nicht hie Freiheit Einiger, sonderndie Unabhängigkeit Aller; man arbeitete nicht für Herren, sondernfür sich selber; die Häufigkeit politischer Versammlungen gab denBürgern Gewandtheit in der Behandlung der Geschäfte, daöBewußtsein der persönlichen Würde; konnten doch der Kaufmann,der Wollkämmer Gonfaloniere und Doge werden. Die Gleich,heit gebiert eine hohe Meinung von den Vorrechten des Staates;Vorrechte, welche diese Meinung bei weitem höher stellt als dieder Personen; daraus folgt, daß man der leitenden Gewalt sogarder individuellen Freiheit entgegenstehende Rechte gerne einräumtund somit die Tyranneien sich bilden konnten. Die Fürsten,
"Uooqusvillo, <Is I» äemoeratie, II, 117, bemerkt, man finde dasWort Valerland bei keinem französischen Schriftsteller vor dem 16, Jahr-hundert.