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Unter großen Ehren und auf öffentliche Kosten ward dasLeichenbcgängniß des im Amte sterbenden Podest« oder Capitanobegangen, und es versteht sich/ daß die Signori und Gewaltigernoch pomphafter beigesetzt wurden. Bei der Leichenfeier desGian Galeazzo BiSconti war der Zug vom Schlosse biszur Metropolitankirche so lang, daß er nicht weniger als vierzehnStunden währte. Vor dem Kreuze gingen die Feldhauvtleute,Ritter, Knappen und vierzig Glieder vom Hause Visconti, einjedes begleitet von zwei Gesandten fremder Staaten; dann folg.ten zahlreiche andere Gesandte und vornehme Fremde, zehn De-putirte von jeder der unterthänigcn Städte und eine Menge ihrernotablen Bürger und Edlen; darauf zogen in großer Zahl dieMönche der verschiedenen Orden auf, die regulirtcn Chorherren,die weltlichen Geistlichen, die Klostcräbte, die Bischöfe aus demganzen Staate. Nun kamen die Banner der Städte, getragenvon 240 Reitern, diesen schlössen sich achl Berittene mit den her-zogltchen Wappenschildern an, worauf 2000 Männer in Trauer-kleidung mir großen Fackeln einherzogen, die auf Brust undRücken das Wappen dcS Hcrzogthums Mailand und der Graf- Eschaft Pavia zeigten. Hinter dem Klerus und den Canonikernder Metropolitankirche erschien der Erzbischof mit seinen Susfra-ganen. Die Bahre ward unter einem goldbrokatcnen, mit Her.melin gefütterten Thronhimmel von den vornehmsten Herren undFremden getragen, umgeben von den Herren deS Hofes in Trauer-kleidung, die stch einander ablösten, um zu Zwölfen die Schildermit den Wappen und den vom Herzoge angenommenen Devisenzu tragen. Zweitausend andere schwarzgekleidete Männer schlös-sen den Zug. In der Kirche angekommen, wurden nach Auf.opfcrung aller Fackeln, Wappenschilder und Devisen die Trauer,riten abgehalten vor einem mit Standarten und Bannerngeschmückten Katafalk, auf den der Sarg gestellt worden. Einepomphafte Inschrift zählte die Tugenden auf, die der Herzogbesessen oder doch hätte besitzen sollen, wobei denn auch die ge-wöhnliche Phrase von dem seines Vaters beraubten trauerndenVolke nicht fehlte. Nach Beendigung der kirchlichen Feier kehrteder ganze Zug nach dem herzoglichen Palaste zurück, wo einenicht minder schwülstige und ebenso wahre Rede gehalten wurde,welche das Haus Visconti bis auf Hector und AencaS zurückführte.
Ein Denkmal in weißem Marmor wurde dem Herzog in derKarthause zu Pavia errichtet, worauf er sitzend abgebildet ist,