Band 
Achter Band.
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hielt man auch ganz ungeordnete HochzcitSmahle und machte fürSpeisen u. dgl. die übertriebensten Ausgaben. Dagegen schrittman nun ein und erließ an gewisse Beamte gemessene Befehle/daß keine Frau sich das Haar schmücken dürfe mit goldenen odersilbernen Kronen und Kränzen oder dergleichen aus Perlen, Edel-steinen, GlaS, Seide, auch mit nichts, was einer Krone oder einemKranze ähnlich sähe, nicht einmal auS gemaltem Papier, auchnicht mit Flcchtwerk oder Zöpfen, wenn nicht ganz einfachen;daß keine Frau in gestickte oder mit Figuren bemalte oder bunte(mit mehr als zwei Farben) Röcke, oder solche mit Besätzen inGold, Silber, Edelsteinen, Seide, Email, Glas sich kleiden, daßsie nicht mehr als zwei Ringe am Finger, oder Gürtel mit mehralS zwölf silbernen Spangen haben, daß keine Sammet tragendürfe, und diejenigen, welche solche Kleider besaßen, mußten be-zeichnet werden, damit keine andern gemacht werden konnten;alsbald hinweggenommen und verboten wurden aber alle Gewän-der auS schwerem Scidcnbrokat; die Fraucnkleider sollten nachhinten nicht über zwei Armlängen nachschleppen, am Halse nichttiefer als bis zur Mitte der Brust ausgeschnitten sein. In glei-chcr Weise wurden die getheilten (mehrfarbigen) Leib- und Ober.röcke für Kinder beiderlei Geschlechts und alle Verbrämungenund Pelze, außer für Ritter und ihre Frauen, verboten; gleichwie den Männern jeder Schmuck, die silbernen Gürtel, dieWämmser von Tastet, Brokat und Kamelott. Ferner erließ mandie Vorschrift, daß kein Mahl auS mehr denn drei Speisen be-stehen, zu Hochzcitömahlen nicht über zwanzig Gäste geladen, dieFrau nicht mehr als sechs Freundinnen zu sich einladen, die vonden neu ernannten Rittern gegebenen Bankette nicht mehr alshundert Gedecke und drei Gänge zählen, bei solchen Ritterschmäu-sen die Gäste ihre für diesen Zweck angelegten Kleider, wie cSbisher reichlich geschehen, den Possenreißern schenken sollten."Man darf sich übrigens nicht einbilden, daß so viele Verbote undEinschränkungen lästig fielen, denn diese Gcseye wurden, wie manüberzeugt sein darf, ebenso wenig gehalten wie andere, die sichin überflüssige und beschwerende Einzelheiten verlieren.

Das Aufgeben der alten Sitten und die Einführung vielerNeuerungen war hauptsächlich von den mit den Angevinen ge-kommenen Franzosen veranlaßt. ES erregte weit und breit Auf-sehen, daß Beatrix, die Gemahlin Karls v. Anjou, aufeinem Wagen, dessen himmelblauer Sammrüberzug Lilien in