Band 
Achter Band.
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begonnen/ enge und kurze Kleider in spanischer Weise, französischgeschnittene Haare, lange Bärte wie die Barbaren zu tragen,mit fürchterlichen Sporen wie die Deutschen zu reiten, verschie-dene Sprachen unter einander zu kauderwelschen, gleich denTartaren. Auch die Frauen haben mit ihrer Tracht eine Ver-änderung zum Schlechter» hin vorgenommen; sie gehen umhermit zusammengepreßten Röcken, entblößtem Hals und Busen,ringsum mit vergoldeten Schnallen besetzt, tragen seidene, zu-weilen sogar goldene Kleider, gehen umher mit hochgekräuscltemHaar nach ausländischer Mode; eingezwängt in goldene Gürtelgleichen sie Amazonen; sie wandeln mit spitzen Schnabelschuhenund treiben das Würfelspiel; ja, um alles zu sagen, die Schlacht-rosse, die glänzenden Rüstungen und, was noch schlimmer, diemännlichen Herzen, die freien Seelen, die ganze Theilnahme derJugend und die Sorgen der Alten, alles ist aufgegangen undwird verwendet für Weiberschmuck"*).

Ganz ähnliche Klagen erhebt der Verfasser deS Lebens vonCola Rienzi: „In dieser Zeit (1328) ging eine außerordent-liche Veränderung in den Sitten vor, sowohl hinsichtlich derTrachten als deS Lebens. Man begann, die Zipfel der Kaputzenlang zu machen, enge Kleider in katalanischer Weise und Kragen,lederne Geldtaschen an Riemen hängend und kleine Kopfhaubenauf der Kaputze zu tragen. Dazu trugen sie lange und dichteBärte. Vor dieser Zeit war dergleichen noch nicht gesehen wor-den ; man schor sich den Bart ab und trug weite und ehrbareGewänder. Hätte Jemand Bart getragen, so würde man ihnfür nicht recht bei Verstand gehalten haben, vorausgesetzt, daßeS nicht ein Spanier oder ein Büßer gewesen wäre. Nun sindaber die Standeöverhältniffe, die Meinungen, die Unterhaltungengänzlich umgestaltet. Um sich ein großes Ansehen zu geben,trägt man Käppchen oder Hauben, einen dichten Bart wie einEinsiedler, eine Tasche wie ein Pilger. Wunderliche neue Tracht.'Ja noch mehr, wer die Haube, den Bart, die herabhängendeTasche nicht tragen wollte, würde für sehr gering, für nichtsRechtes gehalten werden. Vor allem herrscht der Bart; derBärtige wird geachtet." — Alle Schriftsteller der Zeit stimmendarin übcrcin, daß sie die Sucht der italienischen Stutzer jenerPeriode, alle fremden Moden und Weisen in Tracht, Benehmen

») oiu-oii. Iib. XVIII, 16.