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bewog oder zwang Venedig sie, Kypern zu entsagen und dafürdas Schloß Asolo in der Mark Treviso anzunehmen (1489),wo ein heiterer Lebensgenuß, Poesie und Kunst sie entschädigtenfür den Verlust eines Thrones. Venedig aber gewann durchdiese Erwerbung einen Ueberfluß an Wein, Getreide, Oel undKupfer, und welcher Bürger sich erlaubte, über die antizipiereErbschaft Glossen zu machen, hatte für diese Kühnheit das Er.säufen zu gewärtigen.
Wir haben gesehen, in wie viele Kriege Venedig verwickeltwurde, weil eS sich in die Angelegenheiten Italiens hatte ein-mischen wollen. Aber der Nach der Zehn, der durch Eroberungenzu Lande die Republik ebenso groß piachen wollte, wie sie reichgeworden durch ihre Faktoreien in der Levante, erregte durchLiese seine Politik endlich die Eifersucht der großen Mächte, diesich verständigten, um sein Szepter zu zerbrechen.
Neunzehntes Kapitel.Die Hanse-Städte.
Was die italienischen Städte in den südlichen Meeren aus-führten, daS bewerkstelligten die Hanse-Städte im Norden. Imobern Deutschland und am Rhein hatten die Städte schon frühmehrere Verbindungen behuf ihrer Vertheidigung gegen die klei-nen Herren geschlossen. Allein nichts dergleichen erscheint imuntern Deutschland, bis sich zu Anfang des 12. Jahrhundertseinige dortige Gemeinwesen zu einem Bunde vereinigt finden,man weiß nicht wie oder wann. Es ist nur ein Irrthum, wennman die Vereinigung von einem Bündnisse zwischen Hamburgund Lübeck im Jahre 1241 hcrstammcn läßt. Der Name DeutscheHanse erscheint zuerst im Jahre 1315. Hans, Hansa bedeu-tet Handelsgesellschaft, oder Abgabe von einer Waare. Die Zahlder Hansestädte war bei weitem nicht immer dieselbe. Im Jahr1360 gehörten zu ihr Lübeck, Hamburg, Stade, Bremen, WiS-mar, Rostock, Stralsund, Greifswalde, Anklam, Dcmmin, Stet-tin, Colberg, Kiel, Neu-Stargard, Kulm, Thorn, Clbing, Dan-