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Unbedacht theilte Boleslaw Itl sein weites Reich unterseine fünf Söhne (1138), und veranlaßte dadurch bürgerlicheKriege, die mit einheimischen und fremden Heeren geführt wur-de», und in denen sich die Herzoge einer den andern zu Grunderichteten, ohne daß Kampf und Streit mit den unbändigen Preu-ßen , mit den Russen, mit dem Kaiserthum aufhörte. Hiezu ka-men die Mongolen , welche Krakau verbrannten und wiederholtdas ganze Land verwüsteten, in der Art, daß sie in einem einzi-gen Falle 21,000 junge Mädchen unter sich zu theilen hatten.Die Polen hörten darum doch nicht auf, sich gegenseitig zu mor-den, bis PrzemiSlaw II (1295—96) einen großen Theil derHerrschaft in seiner Hand vereinigte und sich mit Zustimmungvon Bonifaz V111 zum Könige krönen ließ. Kurz daraufwurde er von den Sctnigcn erschlagen. Bei jeder neuen KönigS-wähl lebten die Parteien wieder auf. Der bcmerkenswerthesteunter den Königen ist Kasimir der Große (1333—70), Sie-ger und Ordnungsstiftcr, der die innern Unruhen stillte, denFrieden sowohl mit Böhmen als mit dem deutschen Orden wie-der herstellte, das Fürstenthum Galizien und das HerzogrhumMasovien einnahm, lange Kriege gegen die Litthauer und Mon,golen führte, welche mehrfach daö Reich überzogen, und diemündlichen Gewohnheitsrechte durch bestimmte Verordnungen er-setzte, während er die besondern Gerichte der deutschen Ansicd-lungen aufhob. Der dritte Stand besaß keinen Einfluß, da derHandel nicht begünstigt wurde. Kasimir bildete jedoch eineVertretung desselben, indem er die Abgeordneten der Jmmcdiat-Städte (Königlichen Städte) für die Angelegenheiten, welchediese selbst betrafen, zu den Reichstagen berief. Doch solltendie Künste nicht durch Zünfte beengt, noch von Edelleuten auS-geübt werden. Große Gunst erfuhren die Juden, denen vieleVorrechte zugestanden wurden, der Sage nach aus Rücksicht aufdie schöne Esther, eine der vielen Frauen, an welche der Königseine Liebe verschwendete. Die Edelleute nannten ihn den Königder Bauern wegen seiner Sorge, diese Letzteren der Willkürihrer Herren zu entziehen, indem er ihre Frohnden, die verschie-denen Arten und Mittel zur Erlangung ihrer Freiheit genau be-stimmte, ihnen auch gestattete, ihre Kinder ein Handwerk lehrenzu lassen. Auch gründete er die Universität Krakau.
Die Bürger besaßen keine Vorrechte und waren gleich denBauern der Leibeigenschaft unterworfen. Boleslaw V, der