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daß die Rachethat „eine schöne Ehre gewähre" (Convio); soflößte er sogar seinen Freunden eher Achtung als Liebe ein, wasdenn auch der Ruhm und das Mißgeschick der kräftigen Charak-tere und der selbstständigen Geister ist. Der wohlwollendePetrarca dagegen war eben so willig Lob zu spenden als be-gierig eS zu empfangen; er konnte bis zur Begeisterung einge-nommen werden für einen Gönner, einen Dichter, einen Gelehrten,die bäuerliche Familie, die ihn zu Vaucluse bediente. Ein überdaS andere Mal gelobt er sich die seiner Ruhe gefährlichen Ortezu fliehen und kehrt immer wieder dahin zurück; während Dante,da er sich mit seinem Weibe Kemma Donati nicht verstand,sich von ihr entfernte und „einmal von ihr getrennt nimmer dahinzurückkehren wollte, wo sie sich befand oder es zuließ, daß sie ihnaufsuchte" (Boccaccio).
Petrarca, seines Zeitalters satt, zog sich in die Einsamkeitzurück oder vertiefte sich in daS Studium des Alterthums*).Der Alighieri ließ sein scharfes Auge über die ganze Welthin schweifen, um überall aufzufinden, wessen er zu seinen Zweckenbedurfte**); nicht Nacht, nicht Schlaf verbargen ihm eineneinzigen „der Schritte, welche die Zeit in ihrem Gange machte,"und wenig lag ihm daran, daß seine Worte auf den ersten An-schein die „Herbheit scharf säuerlicher Früchte" hatten, wenn sieeine „kräftige Nahrung" gewährten. Petrarca, selbst wo ertadelt, ist besorgt zu erklären, daß er dies aus Liebe zur Wahr-heit thue, nicht aber „aus Haß oder Verachtung Anderer". Danteglaubt sich bei den spätesten Enkeln zu entehren, zeige er sich alsschüchternen Freund der Wahrheit.
Beide standen — aus freier Wahl, aus Nöchigung oder derherrschenden Sitte gemäß — als deren Günstlinge den italieni-schcn Herren nahe; aber Petrarca war gegen sie freigebig mitniedrigen und selbst feigen Schmeicheleien, Dante behaupteteihnen gegenüber seine hohe Haltung***), und wenn er einen von
2) Inoubui unioe sä notitlsm sntiguitstis, guonism mllii semxer rstssists äisxlicuit. klp. sä postoros.
2*) ^uetor venstus luit ubigus guiäguiä isviebst sä suum xrvxositum.Lenovsnnto Iinol. über XIV. des Fegf.
***) Petrarca erzählt, Can Grande habe dem Dante zum Vorwurs ge-macht, er sei minder urban und manierlich als sogar die Histrionen undPossenreißer seines Hofes. Memorab. 2. Aus die Frage dieses Herrn :Waruni gefällt mir dieser Possenreißer besser als du, der du sehr gepriesen