Band 
Achter Band.
JPEG-Download
 

beschreiben*); Petrarca aber, obgleich er ein so großes Vor-bild vor sich hatte, hielt diese Sprache einzig und allein fürgewöhnliche „Tändeleien" geeignet, die er gerne von Andern wie

*) Bruder Hilarion, Mönch in der Abtei del Corvo an der Mündungder Mayra, schrieb an Uguccione d e lla Fag in ola , nach einer Zu-sammenkunft mit Dante: Wie ich vernehme, hat dieser Mann, dessenWerk ich mit meinen Anmerkungen euch zuzusenden gedenke, noch vor denJahren der Reife von noch unerhörten Dingen zu reden und (was nochwunderbarer ist) Gegenstände, welche die Gelehrtesten kaum in lateinischerSprache auszudrücken vermögen, in gemeiner Sprache deutlich zu machenunternommen, in der gemeinen Sprache, aber zugleich in einer Sprachevoll Wohllaut. Er kam hieher über die Diözese Lnni, aus frommer Bek-ehrung für den Ort oder aus irgend einem andern Antriebe. Als ichihn erblickte, fragte ich ihn, den mir und allen meinen Brndern Unbe-kannten, was er wünsche und suche; er aber achtete nicht darauf und fuhrschweigend fort, die Säule» und die Architektur des Klosters zu be-trachten. Ich wiederholte meine Frage und er drehte langsam das Hauptnach mir und den Brüdern um und antwortete: Frieden! Da zog ichihn, mehr und mehr verlangend, ihn kennen zu lernen, bei Seite undnachdem ich einige Worte mit ihm gewechselt hatte, kannte ich ihn ;denn obgleich ich ihn niemals vorher von Angesicht zu Angesicht gesehenhatte, war doch schon seit Langem sein Ruhm zn mir gedrungen. Alser nun wahrnahm, wie große Theilnahme er mir einflößte, und daß ichmit seltener Liebe ihm entgegenkam, zog er ein Buch aus dem Busen,schlug es mit edler Geberde auf und bot es mir dar mit den Worten:Bruder, hier ist ein Theil meines Werkes, den du wohl noch nicht gese-hen hast; behalte es zum Angedenken und vergiß mich nicht. Das Buchdrückte ich mit freudiger Dankbarkeit an die Brust und heftete dann, inseiner Gegenwart, meine Augen mit großer Liebe darauf. Da ich abersah, daß es in der Volkssprache geschrieben war, drückte mein Erstaunenin meinen Zügen sich aus, so daß er mich darnach fragte. Ich antwor-tete, wie er mich in Erstaunen versetze, daß er in dieser Sprache gedich-tet habe, nicht nur weil eS mir scbwierig, ja unglaublich erscheine, daß soerhabene Gedanken in der Volkssprache könnten ausgedrückt werden, son-dern auch, weil es nach meinem Bedünken nicht angemessen sei, so großerund erhabener Wissenschaft ein so gemeines Kleid zn geben. Darauf er:Die Ansicht ist richtig und ich selbst dachte so Als zuerst die Keimedieser Dinge, vielleicht vorn Himmel eingepflanzt, in mir sich zn entwickelnbegannen, wählte ich die Sprache, die mir dafür am würdigsten erschien;ich wählte sie nicht bloß, sondern ich machte auch in derselben die Verse:llltima rexna eanam lluiclo oontermina mllNll»,

8piritibns guw lata patent; gum poromia «olvnntI'oo inoriti« ouieumguo «uis.

Als ich jedoch den Geist der gegenwärtigen Zeit bedachte und sah, daß die