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Anakreon. Jener verbildlicht, wie stets das Heldengedicht,eine ganze Generation, ein Zeitalter, die Gesammtheit der Dinge,aus denen das Leben besteht; dieser versinnlicht das individuelleLeben. Darum wird auch der Letztere in jeder Zeit verstanden,während die Bewunderung des Andern Unterbrechungen und Kri-sen erlitt*).
Andere Schriftsteller.
Nach diesen beiden hervorragenden Geistern verdient Erwäh-nung der Commentator des Justinianischen Codex, Cino daPistoja. AIS Ghibelline verbannt, ward er von den Universi-täten um die Wette begehrt; er besang in der Volkssprache dieschone Seloaggia in Versen, von denen man behauptet, daß siean Danrc'S Kraft und Petrarca'S süße Anmuth erinnern,uns jedoch erscheinen sie dunkel und voller platonischer Neminis-cenzen. Indeß behauptet Dante, seine und des Eins Lanzoncnhätten die Kunst und Kraft der italienischen Zunge gebildet,denn diese Sprache, bis dahin voll roher Ausdrücke, schwerfälli-gem Satzbau, mangelhafter Aussprache, bäuerischer Klänge, sei 'durch sie harmonisch, klar, vollkommen und fein geworden**).Cecco Stabili von Ascoli greift in dem philosophischen Ge-dichte „Acerbo", das sich weder durch poetischen noch Wissenschaft-lichcn Werth auszeichnet, den Dante an mit dem Groll einesNeidhards, der nicht von fern seinen Nebenbuhler zu erreichenvermag; er wurde, schon bejahrt, zu Florenz als Zauberer ver-brannt. Fazio degli Uberti lieferte im „Dittamondo" eineNcisebeschreibung nach den Angaben des römischen GeographenSolinuS (3. Jahrhundert nach Christus), ein hinsichtlich desPlanes wie der Ausführung mißlungenes Werk. Feder igoFrezzi von Foligno schilderte im „Quadriregio" in der Formvon Dreireimcn die vier Reiche der Liebe, des Teufels, der La-ster und der Tugenden, und läßt Minerva Gespräche führen mitden Propheten Henoch und Elias. Der Rechtsgclehrte FraneeSco
') Dem LaHarpe erschien die „Göttliche Komödie" uns rapssäis in-kurme, dem Voltaire uns »mxlitloation stupiäemout barbaro. Manweiß ja auch, wie diese „Klassiker" über Shaksspeare urtheilten! —Dante erlebte zweiundvierzig Ausgaben im 16., vier im 17. Jahrhun-dert, in unserm bereits über 100.
") Vulx. elo,., 1, 17.