Band 
Achter Band.
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da Barberino handelte in den „voeumenti ü'smoro" von derMoralphilosophic, der Politik, den feinen Manieren und sogarder Taktik, in wechselnden Versmaßen, aber weder in einem lcich-ten noch in einem zierlichen Style, zudem gibt nnö das Gedichtkeineswegs die Aufschlüsse über die Sitten der Zeit, welche mannach dem Titel vermuthen sollte. Er verfaßte auch eine Abhand-lung über „das Regiment und die Sitten der Weiber", welche,erst in unserer Zeit herausgegeben (Rom 1815), in gezcrrten, mitProsa untermischten Versen — wenn anders nicht daö Ganzeeher Prosa ist —, redselig und langweilig, aber doch in guterSprache Regeln aufstellt für die verschiedenen Lebenslagen undAlter der Frauen. Der Barbier Burchiello wird trotz seinertrivialen Ideen und ebenso gemeinen, ja lüderlichen Sprache dochnoch gelesen wegen der Natürlichkeit, die unter den Italienern soselten. Giustodei Conti besingt alS bloßer Nachahmer Po-trarca'S, die „schöne Hand" seiner Geliebten. Alle diese Auro.ren haben an sich keinen Werth und werden nur ihres Alterswegen erwähnt. Bereits aber hatte sich eine Metrik gebildet und' Gidino da Sommacampagna aus Verona schrieb eine solcheum 1360 alö „Abhandlung und Kunst der Versmaße in der Volks-spräche", worin eine Reihe von Mustcrstücken aufgestellt ist, dieals Beispiele der damals gebräuchlichen verschiedenen Formendienen können.

Die prosaische Schreibart verdankte, wie wir gesehen, demDante Vorbilder und Regeln. Aelter als er sind die Briesedes Guitron d'Arczzo, die besser sind,als es Dante's stolzeVerwerfung vermuthen lassen sollte. Wir haben von der heiligenKatharina von Sie na unglückliche Verse, aber auch Briefe,die hinsichtlich der Schönheit und Lebendigkeit der Schreibartmustergültig sind*). Der Dominikaner Jacopo Passavantiübersetzte selbst in die Volkssprache seinen „Spiegel der Buße",der zwar Plattheiten genug enthält, aber auch eine tiefe Kennt-

") Unter den gelehrten Italienerinnen nennen wir ferner außer der Pisaniund der Sicilianerin Nina die Fabrieneserinnen Ortensia di Gug-lielmo. Leonora della Genga, Livia di Chiavello; Elisa-betta Trebani von Ascoli, Giustina Levi Perotti, die an Pe-trarca Sonnette richtete, die von Eino besungene Selvaggia, Gio-vanna Bianchetti aus Bologna, welche außer ihrer Muttersprachegriechisch, lateinisch, deutsch, böhmisch, polnisch verstand. und mit derPhilosophie nnd dem Rechte vertraut war.