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niß des menschlichen Herzens verräth und durchweg mit annm-thiger Klarheit geschrieben ist. Dessen Ordensgenosse Cavalcaschreibt zwar nachlässiger und farbenloscr, vergißt aber niemals,daß er zum Volke spricht, und seine „Apostolischen Thaten (^ttinpt>8toli)" sind ein wahrer Schay der reinsten Zierlichkeit, sodaß wir keinen Anstand nehmen, ihn als den eigentlichen Schöpferder vollkommenen italienischen Prosa zu bezeichnen. Die Predig,ten des Bruders Giordano tragen den Stempel eines glühen,den Eifers gegen die Verkehrtheiten und Schlechtigkeiten derZeit, aber welch eine ungekünstelte, reizende Einfachheit derSprache und Taubeneinfalt durchweht die „Blümclein des heilt,gen Franziskus*). Von den „Thaten des AcneaS" (Mtti äi Liren)
Vergl. Bd. VII (Mitielaltcr Bd. III). S. 16U Note. Ozanam sagtin seinem schönen Buche „Italiens Franziskanerdichter im 13. Jahrhun-dert" (deutsch mit Zusätzen von Nik. H cinrich Ju liuS , Münster 1853):„Wenn das ganze Streben der Mystik daraus gerichtet ist, daß der Menschsich im Anblicke Gottes selbst vergesse, darf man sich nicht wundern,daß der Verfasser des unschätzbaren Buches von der Nachfolge Christiunbekannt bleiben wollte, oder daß die ganze Dichtung der Franziskanerihre Bollendung in dem reizenden Werke eines Ungenannten findet-welchcS die Blümlein des heil. Franziskus heißt. Es gleicht hierin wirk-lich den Blumen, die den Namen ihres Gärtners nicht aussprechen, aberdie Jahreszeit ihres Blühcns verkünden. Dieses ganze Büchlein athmetden Geist und die Einfalt des Mittelalters. Unwiderlegliche Zeichengeben die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts als dessen Ursprungszeit zuerkennen, man hat aber nur eine leise Muthmaßung über den Namenseines Verfassers, wie man meint des Giovanni di Sän Lorenzoaus dem adeligen florentinischcn Geschlechte der Marign oli, der wegenseiner Gelehrsamkeit und seiner Tugend 1354 auf den bischöflichen Stuhlvon Bisignano erhoben wurde. — Die Wahrheit zu reden hat diesesBuch gar keine» Verfasser. Es ist allmälig durch die Arbeiten einesganzen Jahrhunderts entstanden. Vom 13. Jahrhundert an wetteifertdie Legende vom Armen von AM, die in lateinische Herameter gebrachtund bald darauf in Versen der nordfranzösischen Dichter gesungen wurde,an Volksthümlichkcit mit den Abenteuern Alexanders des Großen undCäsars. Dagegen kam es Italien zu, in der durch die Predigten desheil. Franziskus, wie durch die Gesänge seiner Jünger geweihten Zungejene zerstreuten Ueberlieferungen zu sammeln, Einheit, Ordnung undUebereinstimmung in sie zu bringen, und aus ihnen gleichsam die Hel-densage der christlichen Armuth herauszubilden. — Ich finde wirklich indieser Sammlung Alles, was zu einem Gedichte gehört. T ic Blümelemdes heil. Franziscus sind aber in Prosa, worin sie mit so vielen mittel-Eanru, Weltgeschichte. VIII. ^