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ßeö Aergerniß, daß nur sein Rang, seine Betheucrung der Unter-wcrfung und das Gelöbniß, seine Sätze zu modifiziren gemäß denEntscheidungen, die der Papst darüber treffen würde, ihn zu ret-ten vermochten. Nun wurde sür und wider viel geschrieben, bisendlich Papst Alexander ihn von aller Schuld frei sprach.Inzwischen hatte er aber auch nicht blos seine Meinungen, son-dern auch seine Lebensweise umgestaltet und namentlich d n leicht-fertigen Liebeleien entsagt. Im „Heplaplus" stellt Pico eineErklärung über die Schöpfung auf, die darauf beruht, daß dieGenesis nicht in einem wörtlichen, sondern in einem symbolischenSinn zu nehmen, nach den vier Welten, der physischen, himm-lischen, intellektuellen und menschlichen, auszulegen sei. Er halteferner noch eine allegorische Darlegung des Neuen Testaments,eine Vertheidigung der Vulgata und der Septuaginka gegen dieJuden, eine Apologie des Christenthums gegen alle Ungläubigenund Häretiker, endlich eine Harmonie der Philosophie im Plane,aber er starb schon mit zwciunddrcißig Jahren. Sein bedeutend-stes Buch ist gegen die Astrologie gerichtet, wo er keines der Ar-gumente vergißt, die seitdem zu ihrer Bekämpfung angewandtwurden, und doch wollte er vermittelst der Kabbala die KoSmo-gonie des MoseS und die Flcischwerdung des Wortes erklären*).
*) „Sein wahrhaft religiöser Sinn und seine feste Ueberzeugung von demgöttlichen Ursprung der Schriften des Alten Testaments, besonders desMosaischen Gesetzes, führte ihn auf Mcsis Schriften, als die allgemeine,ursprüngliche und letzte Quelle aller philosophischen Erkenntniß. allerWeisheit und Künste, und er hielt sich fest überzeugt, worin die n,eistenTheologen einstimmig dachten, daß die Weisen aller Völker, besondersauch die Griechen und vorzüglich Ppthagoras und Plato, alle ihre eigen-thümlichen Lehren mittelbar daraus erhalten haben. Allein diese Lehregöttlicher Weisheit war unter der Hülle des Worrsinns verborgen, undbedurfte einer fremden Anleitung, jenen verborgenen Sinn zu entziffern,und besonders auch eine gründliche Kenntniß der hebräischen Sprache.Pico erlernte dieselbe mit unbeschreiblichem Eifer in einem Zeitraumeines Monats und verband um so Ueber damit auch das Studium derchaldäischen und arabischen Sprache, da ihm gerade zu der Zeit einigein diesen Sprachen abgefaßte Schriften voll geheimer Weisheit angebotenwurden, in welche» er die ächre Weisheit des Zoroaster, die in den chal-däischen Orakeln nur zerstückelt worden, zn finden glaubte. Mit großenKosten verschaffte er sich auch kabbalistische Schriften, und überzeugte sichebenfalls, daß in diesen die eigentliche göttliche Weisheit, die in den Mosai-schen Gesetzen verschleiert worden, der Aufschluß aller verborgenen Weis-