Band 
Achter Band.
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Nikolaus von Cusa. 1401—61.

Der Scholastik erklärte den Krieg der deutsche Cardinal Ni.kolaus von Cusa. Als gelehrter Mathematiker und eifrigerPythagorecr betrachtete er die Zahlen alS die Prinzipien deSmenschlichen Wissens. Gott, die absolute Einheit, ist ihm daS im-endlich Große und unendlich Kleine, der auS seinem eigenenWesen die Gleichheit erzeugt, so daß die Gleichheit der Einheitsich zugesellt* *). Der Scholastik stellten sich auch die Mystiker

heit, die Quelle aller Erkenntniß und die stärksten Beweise für die Wahr-heit der christlichen Religion und insbesondere derjenigen Lehrsätze zu findenseien, welche bisher den Theologen die größten Schwierigkeiten und diemeisten Streitigkeiten verursacht haben. Die Wahrheit des Christenthumsberuhe auf den Wundern, welche Christus verrichtet. Kann man au«der Vernunft beweisen, daß sie durch keine Naturkräfte bewirkt werdenkonnten, so müsse man Christus für ein göttliches Wesen und seine Lehrefür göttlich halten. Diesen Beweis könne man aber nicht aus einerWissenschaft, die nicht unmittelbar auf Offenbarung sich gründe, sondernnur aus der natürlichen Magic und Kabbala schöpfen, welche die Wir-knugsart und Verhältnisse aller Naturkräfte enthülle. Man finde fernerin der Kabbala das Geheimniß der Trinirät, der Menschwerdung Christi,die Lehre von dem Falle der Engel, von der Erbsünde, von der Erlö-sung , von dem himmlischen Jerusalem, von dem Fcgfcuer u. s. w., undwas die Philosophie betrifft, so stimme die Kabbala mit dem, was Ph-thagoras und Plato gelehrt, so innig zusammen, daß man beide Philo-sophen selbst zuhören glaube". Tennemann, Gesch. der Phil. D- B.

*) Die Idee von dem unbedingten Marimum, welches zugleich die absoluteEinheit und als solche das unbedingte Minimum ist, stellte sich seinemtief eindringenden Geiste — als die würdigste Vorstellung von Gottdar, welche alle Menschen anerkennen und als das Ziel ihres vernünfti-gen Strebcns betrachten. Diese absolute Einheit ist kein Gegenstand derErkenntniß; den» die Zahl ist dasjenige, was jede Erkenntniß vermittelt,und das Marimum erhebt sich über jede Zahl. Die Erkenntniß von derUnerreichbarkeit und Nichterkennbarkeit dieser Ideen ist die eiooln ixno-rantiu. Es ist nur eine unvollkommene symbolische Erkenntniß von demMarimum möglich. Die Mathematik gibt das Symbol dazu her. Alleindiesen Gedanken konnte diestr Denker nicht festhalten, indem er doch eineErkenntniß von Gott, seinem Verhältniß zu sich selbst und der Welt zugeben vermeinte, wozu er die mathematische Construktion braucht« unddoch wiederum wegen der Unzulänglichkeit der Idee die vollkommene Ab-straktion von allen mathematischen Begriffen forderte, um zur Erkenntnißdieses Wesens zu gelangen." Tenncmann, A. a. O. Scharpf,Dür,ritld Clemens haben über das Leben und die Philosophie diesesCardinals geschrieben. D. B.