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Zwischen 1313—16 richtete ein Minontcnbnider an MariaBadoaro, Herzog vonKandia, eine italienisch geschriebene Ab-Handlung mit dem lateinischen Titel Oo rvcto rvAlmino, welcheverdienen würde durch den Druck verbreitet zu werden; sie setztmit Einfachheit und Klarheit die Pflichten eines Staatsmannesauseinander, ist für die monarchische RegicrungSform, wie allepolitischen Schriften jener Zeit, verlangt aber/ daß sich dasStaatsoberhaupt mit einem Rathe von weisen Männern umgebe.Die beiden ersten Bücher ve re«imiu6 princlpum, verfaßt vomRömer Egidio, Erzieher Philipps des Schönen und Erz.bischof von BourgeS, geben eine Anleitung zur GcwissenScrfor.schling für Fürsten; das dritte Buch ist eine staatsrechtliche Unter,suchung, worin die verschiedenen NcgierungSformen und die daraufbezüglichen bürgerlichen Gesetze besprochen und die Meinungendes Aristoteles und Plato, sowie das Bruchstück dcS PythagoräerSHyppodamoS erwogen werden. AlS Feind der persönlichen Knecht,schafc erkennt Egidio eine Herrschaft nur dann alS berechtigtan, wenn sie den ewigen Gesetzen der Gerechtigkeit gemäß ist.Im Uebrigen ist er für die Republik/ wenigstens in kleinen Staa.ten. Dieses Werk ist ein denkwürdiger Beweis für die geistigeHöhe, auf welcher einzelne Männer des Miltelalters standen. Werkennt dagegen auch die Schriften deS berühmten Gelehrten Al.Phon so Tostat»/ Bischofs von Avila und Zierde deS BaSlcr
sa>»: „Eckart, Tanker, Sense -c. schuft« ül ihren zahlreichen Werkeneine ächt deutsche philosophische Kunstsprache, die sich in ihren Händenzur Behandlung selbst der schwierigsten Gegenstände geschickt erwies. Inden Schriften der deutschen Mystiker liegen die Ansänge einer selbststän-digen deutschen Philosophie; ja die Grundsätze, aus welche man fünfZahrhunderte später berühmt gewordene Systeme baute, finden sich darinnicht blos im Keime, sondern theilweise schon vollständig ausgesprochen.Für die Kenntniß des inwendigen Geistes und GemüthSlcbenS sind sievon der höchsten Wichtigkeit; sie lasten uns tiefe Blicke thun in das Rin-gen jener Zeit, über das Verhältniß der Menschen zu Gott ins Klare zukommen und die Widersprüche zwischen innerem und äußerem Leben auf,zuheben und zu versöhnen." Man vergleiche ferner I. Görres,Christi. Mystik, Bd. I.; Schmidt, in den Thcol. Studien und Kritiken;K. Schmidt, blsssä sur les m)8tigues äu 1t. «ieclo, preeöäe ckunsintvuäuotion 8UV I'viixine et In naturo tu m^stioismo, Straßburg 1836 ;W. Wackernage l, die Gottesfrennde in Basel, Beiträge znr vaterlän-dischen Geschichte, Basel 1843.
D. B.