Band 
Achter Band.
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als Geschichtschreiber an und als solcher zog er Nachrichten ein,erwarb sich Zutrauen, machte Bckanntjchafl mit hervorragendenPersonen, suchte die Zeugen der Ereignisse auf, nahm auch Ge-schenke an von Solchen, welche die Schmeicheleien der Geschichtesuchten oder deren Aufrichtigkeit fürchteten. Für den Verkehrmit den Damen in ihren Oratorien oder an den Herrentafclnversah er sich mit seinem Roman „Melindos", den er ihnen vor-las. Was ihm in solcher Weise zu Ohren kam, berichtet er ohneweitere Prüfung und Sichtung. Der Reisende, der seine Erleb-nisse übertreibt, der Ritter, der seine Heldenthaten mit Vorliebeausmalt, der Unwissende, der ihm ganz widersinnige Dinge vor-trägt, sind ihm gleich zuverläsiige Quellen. Häufig auch bringter sich selbst auf den Schauplay. Ihm ist die Geschichte in derganzen Welt zerstreut, waS sie damals auch wirklich noch war.Er lebt in der Sphäre des RittcrthumS, ohne zu ahnen, daß cöseinem Untergänge zugeht, ebenso wenig bemerkt er daö sich ent-wickelnde VolkSthum, und doch schildert er eS. Er prüft, er er-wägt nicht, sondern er erzählt nur, aber er erzählt bewunderns-würdig; und obgleich er, wie er erklärt, von der Nachwelt ge-lesen werden möchte, zeigt sich doch, daß seine Geschichte zunächstdie Bestimmung hat, den Herren seiner Zeit. eine angenehme Un-terhaltung zu gewähren. Daher das romanhafte Gewand, mitdem er sich umkleidet, und das ganz paßt zur Schilderung jenesdem Verschwinden nahen ritterlichen Lebens, jener Fehden undUeberrumpclungcn, jener Söldnerbanden, die vom Plündern leb-ten, wie der Höfe, der Turniere, der Liebesverhältnisse, des Wett-eifernö in Prunk und ritterlicher Tugend. Aber mit der Politikbeschäftigt er sich nicht, auch sogar Sittlichkeit und Menschlich,keil kümmern ihn nicht, und daS Verbrechen läßt ihn gleichgültig.Der Graf v. Foix ist ihm ein „vortrefflicher Fürst", obgleich ereinen seiner Söhne erschlagen, daö Morden der Engländer undFranzosen erzählt er mit dem größten Glcichmuth. DuGuesclinverliert nichts in seinen Augen, da er den Don Pedro in sei-ner Gegenwart erschlagen läßt, anderseits entlocken ihm die hoch-herzigsten Thaten kein Wort der Bewunderung. Man kann ihndarum nicht der Inkonsequenzen zeihen, da er eben gar keineMeinungen hat *).

") Wir gewinnen ein anschauliches Bild Von der Lebensweise der großenHerren jener Zeit, aus der Schilderung, die er vom Hofe jenes Grafen