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der Geschichte ist eine durchaus philosophische, insofern darunterdas Eindringen in die Ursachen der Dinge und das Hinweisenauf die Quelle des Stroms der Geschichte zu verstehen ist. Ersucht in der Geschichte die Brennpunkte aufzufinden und festzu-halten, auS denen daS Licht hervorbricht; darum folgt er demlangsamen, feierlichen Gange der Vorsehung. So rettet sich seineGeschichte vor dem Schicksal, eine nackte Reihe unzusammenhän-gender Berichte zu sein. Ein selten irrender Scharfblick in Auf.findung und Verknüpfung von Ursache und Wirkung trägt dazubei, seinen Werken, der Chronik besonders, einen mehr philoso-phischen Ton zu geben, alS irgend ein ähnliches Werk des Mit-tclalters hat. Otto'S GeschichtSphilosophie ist mystisch und stehtaußer seinem philosophischen System, das ihn der Scholastik r:ä.her bringt"*). Aehnlich urtheilt auch der Protestant Waitz:„Otto unternahm zuerst eine allgemeine Chronik zu schreiben.Da hat er nun freilich auch bekannte und nicht eben die bestenund authentischsten Quellen für die frühere Zeit benutzt; dochbegnügt er sich nicht, sie auszuschreiben, allenfalls kritisch zu ver-gleichen, sondern er beschäftigt sich geistig mit dem Stoff, derihm gegeben ist; er sucht den Zusammenhang der Begebenheiten,ihren Fortschritt, ich möchte sagen ihren Inhalt zu begreifen;nur daß er da freilich von seinem theologischen Standpunkt aus-geht und am Ende alle Dinge hienieden nur betrachtet alS dieVorbereitung zu denen des Jenseits, womit er sich dann im letz-ten Buche seines Werkes ausschließlich beschäftigt. Wenn derAusdruck nicht zu gewagt ist, so möchte ich sagen, diese Chroniksei die erste philosophische Behandlung der Geschichte, die wir be-sitzen : freilich, daß diese Philosophie eine theologische ist und an dieBetrachtungsweise deS Augustinus erinnert. Jedenfalls aber liegtin der Art der Behandlung der Werth des Buches, daö als Ge-schichtöquelle nur in den letzten Jahren eine Bedeutung in An-spruch nehmen kann, daS aber in der Geschichtschreibung einenwesentlichen Fortschritt bekundet, den unter den Zeitgenossenkaum einer sich anzueignen im Stande gewesen. Denn wer amtreueftcn an Otto sich anschloß, Gottfried vonViterbo,schlug in seiner uieinoriu socui zu sehr ins Romanhafte um,als daß man ihn wirklich zu dessen würdigen Nachfolgern zählenkönnte."
^) vr. Lang, A. a. O.
D. V.