Band 
Achter Band.
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Jahrhunderte zuvor in Spanien angefertigten Sammlung. Beiden Erzählungen Don Juans wird, sowie bei der Geschichteselbst, nach morgenländischcr Art ein einfacher Anlaß genommen,der unS fortwährend an Tausend und Eine Nacht erinnert, so-wie an deren zahllose Nachahmungen. — Man findet, daß derGraf Lucanor (ein Mann von Ansehen und Macht, der einenjener ersten christlichen Grafen abbilden soll, die wie Fern anGonzales von Castilicn in Wirklichkeit unabhängige Fürstenwaren) manchmal Fragen der Sittenlehre und der Staatswissen,schaften beantwortet zu sehen wünscht. Er legt diese Fragen, sowie sie ihm begegnen, seinem Minister oder Rathgcber (p-itro-nio) vor, welcher jede durch eine Geschichte oder Dichtung beant-wortet, die mit ein Paar Reimversen schließt, welche die Moralderselben enthalten. Die Geschichten (Lnxi6MpIo8, Beispiele,Gleichnisse) sind von verschiedener Art. Manchmal bedient sichDon Juan eines Ereignisses aus der Geschichte Spaniens. AmHäufigsten ist es die Schilderung irgend eines ergreifenden ZugeSder Volkssitten, manchmal wieder eine ritterliche Dichtung, zu-weilen aber auch ein Glcichniß, das er nebst vielen seiner Nach-folger auf eine oder die andere Weise dem Aesop entnommenhaben muß. Sie sind alle bcmerkcnswerth; die anziehendste vonallen ist aber die maurische Hochzeit, theils weil sie deutlich ara-bischen Ursprung an sich trägt, theils aber auch, weil sie merk-würdiger Weise die nämliche Geschichte enthält, welche Shak-spears „Zähmung der Widerbellcrin (1'nminA ok tkvzum Grunde liegt. In fast allen erblicken wir aber die großeErfahrung eines Weltmannes, wie die Welt damals war, unddie kühle Beobachtungsgabe eines Mannes, der die Menschen zugut kannte und zu viel von ihnen gelitten hatte, um in seinerDenkweise noch einen großen Theil der Romantik der Jugend

diesen zwölf enthält die Madrider Handschrift nur drei; ein langesSchreiben an seinen Brnder, Erzbischof von Toledo »nd Reichskanzler,über persönliche Dinge; eine Abhandlung in sechsundzwanzig Abschnittenunter dem Titel: Rathschläge an meinen Sohn Ferdinand; das Buchvom Ritter und Knappen, in der Weise geschrieben, die man in Casti-lien Fabelche» stal,lillaf> nannte. — Eine ähnliche Geschichte wie dieobige, erzählt von M anuels Zeitgenossen, Dante, der etwa ein Jahr-hundert nach Beiden lebende Sacchetti in seiner 114. Novelle. BeideGeschichten haben wahrscheinlich eine gemeinsame morgenländische Quelle.)

D. B.

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