Band 
Achter Band.
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bewahrt zu haben. Denn wir wissen von Don Juan selbst, daßer den „Grafen Lucanor" erst schrieb, als er die höchsten Stufender Macht und Ehre erreicht hatte, und vermuthlich auch durchseine schlimmsten Niederlagen gegangen war. Wir dürfen aberauch, zu seiner Ehre sei es gesagt, nicht vergessen, daß wir indem Buche keine Spuren des Dünkels der Gewaltigen, oder derBitterkeit gekränkten Ehrgeizes finden, nichts von dem Unrecht,daS ihm Andere angethan hatten, sowie auch nichts von dem,das er selbst begangen. Es scheint wirklich in einer glücklichenMußezeit geschrieben zu sein, die dem Lärm der Lager, den Rän-kcn der Regierung und den Verbrechen der Empörung entwendetwurde, als die Erfahrung seines vergangenen Lebens, dessenAbenteuer und Leidenschaften schon zu entlegen waren, um auchnur geringes Selbstgefühl in ihm zu wecken, aber doch nochfrisch genug, um mit großer Einfachheit deren Ergebnisse indieser Reihe von Geschichten und Anekdoten darzubringen, welcheeine ihrem Zeitalter eigene Eigenthümlichkeit, und eine Art rit-terlicher Weltweiöheit und verständiger Ehrlichkeit an fich tragen,die auch einer fortgeschrittenen Zeit nicht zur Unehre gereichenwürden" *).

Pedro Lopez deAyala, der berühmte Chronikenschreiber,dessen wir bereits gedachten, zeigt, wie man von den einst ge-sungcnen Abenteuern zu der staatsmännischen und ernsten Dich-tung überging. Die Hofreime (Uimnüo äs palneio) waren dasErzeugniß von Ayala's Leben in dessen verschiedenen Zeiträu-mcn. Man kann, im Ganzen genommen, die Hofreimc nahe ansEnde des 14. Jahrhunderts seyen. Diese erinnern «nS aber,durch die Leiden ihres Verfassers in englischer Gefangenschaft,an den Herzog von OrleanS und an Jakob 1 von Schottland,welche gleichzeitig und unter ähnlichen Umständen einen dichte-rischen Geist zeigten, der dem des großen Kanzlers von Castiliensehr gleicht. Die Hofreime (1619 Stanzen) gleichen in einigen

*) Ticknor, A. a. O. Ueber die Quellen und Nachahmungen des „CondeLucanor" vergleiche Liebrechts Aufsatz Germania; (Neues Jahrbuchder Berl. Gesellsch. f. deutsche Sprache). VIII, 196—200. Die dem DonJuan zuweilen zugeschriebenen Gedichte sind von einem andern Don JuanManuel, aus Portugal, 's 1024. Dagegen'scheint er einige Romanzengedichtet zu haben. Ebenso irrthümlich ist es wohl, daß ihm eine Chro-nik zugeschrieben wird. (Vergl. Ticknor, Nachträge des Uebersetzers.Bd. II, S. 682 n. f.) D. B.