Band 
Achter Band.
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gefangen zu haben, hinterließ eS aber, obgleich er viel Zeit aufdasselbe verwendete, dennoch unbccndigt. Außer dem Namen„Labyrinth", den cS vermuthlich wegen seiner Verwickelthcit ein-pfing, wird es auch zuweilen „Die drei hundert Stanzen (ib.al'reseientA«)" genannt, weil dies deren ursprüngliche Zahl war.Ihm liegt der Gedanken zum Grunde, durch ein Gesicht und durchAllegorie zu lehren, welches die Pflichten und das Geschick deöMenschen seien. Der Verfasser hat sich bei dessen Entwerfungaugenscheinlich nach dem Beispiele Dant es in seiner „Göttli-chen Komödie" und nach dessen Vorschriften in seiner lateinischenAbhandlung über die Beredtsamkeir (Ho v»lAnri elo^uentln) ge-richtet. Dieses Gedicht fängt nach einer Zueignung an KönigJohann 11 und einigen andern Vorbereitungen mit einer Wan-derung an, die er, wie beim Dante, durch einen von Raub-thieren unsicher gemachten Wald anstellt. Daselbst trifft er dieVoraussicht, die ihm in Gestalt einer schönen Frau erscheint, undihm anbietet, ihn auf sicherm Pfade durch die ihn umgebendenGefahren zu leiten und ihm selbige zu erklären, „insoweit sie demmenschlichen Verstände begreiflich sind", worunter die dunkelnGeheimnisse des Lebens gemeint werden, die seinen Geist bedrii-cken. Sie erfüllt diese Verheißung, indem sie ihn an den Mittel-punkt der fünf Kreise leitet, oder mit andern Worten an eineStelle, von wo aus der Dichter gleichzeitig alle Länder undVölker der Erde erblickt. Dort zeigt sie ihm die drei geheimniß-vollen SchicksalSräder, von denen zwei ruhen und die Vergangen-heit und die Zukunft vorstellen, das dritte sich stets drehendeaber die Gegenwart abbildet. Jedem Rade gehört ein besonde-rer Theil des Menschengeschlechts an, und auf jeden von diesenTheilen üben die sieben Kreise der sieben Planeten, welche daSSchicksal der Sterblichen leiten, ihren Einfluß. Die Charaktereder Ausgezeichnetsten dieser Sterblichen werden dem Dichter vonseiner göttlichen Führerin erklärt, sowie ihre Schatten in diesengeheimnißvollen Kreisen vor ihm auftauchen. So wird das Ge-dicht demnach von hier an eine verwickelte Reihe mythologischerund geschichtlicher Bildnisse, wie sie im „Paradiese" nach derFolge der sieben Planeten vorkommen. Sie sind meist von gerin-gem Verdienste und oft sehr undeutlich gezeichnet; am besten nochdiejenigen, welche mit dem Dichter gleichzeitig und im nämlichenLande lebten, einige mit höfischer Schmeichelei entworfen, wieder König und der Connetable, andere aber mit größerer Treue