Band 
Achter Band.
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so der schon erwähnte „Renner", daS „Schachzabelbuch", daSschon 1411 geschriebene, aber erst 1458 gedruckte „Buch der Tu-gend" von HanS Vintler. Das bedeutendste aller satyrischcnWerke dieses Zeitraumes aber ist das 1494 erschienene „Narren-schiff" oder „Schiff auS Narrazenien" des Dr. Sebastian Brant,auch Titio genannt, aus Straßburg — 1458—1521 von KaiserMaximilian zum Hof.Pfalzgrafcn ernannt); poetisch unbcdeu-tcnd, aber von bedeutendem Verdienste und von so großem Er-folge, daß Geiler v. KaiserSberg sogar darnach predigte.„DaS Verderben der einzelnen politischen oder moralischen Ständezu schildern — sagt Gervinuö — war seit dem „Renner" unddem „Schachbuch" ein LieblingSthema geworden; die WolfSklagcnsind in jenen Zeiten ein ganz stehender Artikel. Allerdings hatBraut diese Betrachtungen erst neu autorisirt, und bald nachihm zeigen die verschiedensten Werke, wie beliebt und eindringenddiese Betrachtungsweise damals war; und dies hat auch seinennatürlichen Grund in der ganzen Lage des Lebens, die unö das„Narrenschiff" fast ihrem ganzen Umfange nach eben so gründlichkennen lehrt, wie wir früher von Thomasin und vom „Renner"urtheilten, da wir sie ihren Zeiten gegenüber betrachteten. WasEraSmuS im Lobe der Narrhcit ironisch pries, daS verdammtSob. Brant in seinem „Schiff von Narrazenien" in gerademEifer. Er sieht sich ringS in einer Welt von Menschen , die,nachdem sie die konventionellen Vorschriften der höfischen Moralumgestoßen und den Damm der Hemmnisse der menschlichen Naturdurchbrochen hatten, nun mit zügelloser Licenz dem Triebe derungezähmtcsten Natur den vollsten Lauf ließen"*). Die anderenErscheinungen dieses Gebietes, daS mit der mehr epischen undharmloseren Volkskomik eines „Pfaffen AmiS" nicht zu verwech.sein, gehören dem vorzugsweise daran reichen 16. Jahrhundert,welchem auch die Schwänke, Volksbücher u. dgl. eignen, dem.nach dem folgenden Zeiträume an.

Reineke Fuchs.

Dagegen brachte er das ThierepoS in seiner Vollendunghervor und in dieser Gattung vor allem die beste aller epischen

*) Unter den Uebertragungen in andere Sprachen ist die bedeutendste undmerkwürdigste die des Schotten Berklay, der die Idee des Werkes aufdie Sitten seines Volkes anwandte und somit eigentlich eine selbständigeBearbeitung lieferte.