Band 
Achter Band.
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dem Morgcnlande und der Bethlehemitische Kindermord war*).Hier wäre u. A. auch noch Schernberkö „Schön Spiel vonFrau Innen, welche Bapst zu Rom gewesen" (die Geschichte ders. g. Päpstin Johanna, zu einem ernst feierlichen, nicht satiri-scheu Drama bearbeitet) anzuführen und als das Bedeutendste,was unsere älteste dramatische Literatur auszuweisen hat, dasniederdeutsche geistliche Spiel, zu Redentin bei Wismar 1464vollendet, das „8pil so» cker iipstnnliiiiAen". In diesen geist-lichen dramatischen Dichtungen herrscht im Allgemeinen das Ko-mische, ja Possenhafte vor, und der Narr, der Liebling deS Volksauf den Jahrmärkten wie an den Höfen der Fürsten, tritt schonfrühe in denselben auf, während in der Entwicklung eine Nach-bildung der Rechtsstreitigkeiten als wesentlichstes Moment her-vortritt. Anderseits fanden die bei den Franzosen so beliebtenTeufeleien auch in Deutschland beifällige Aufnahme. — AuS denFastnachtsspielen**) bildete sich indeß die niedrige Volkskomödiczuerst heran, begreiflich, denn sie stand dem Verständniß des Vol-kcS näher als das Tragische, und der Bürgcrstand in den Städtenhob sich immer mehr. Der älteste Dichter, von dem wir solcheSpiele haben, ist der Dichter ernster und scherzhafter Erzählun-gen sowie Priameln, HanSRosenplüt, um 1450 zu Nürn-berg Wappenmaler, wegen der Geläufigkeit und Leichtfertigkeitseiner Rede der Schnepper er genannt, dem rücksichtlich deSWitzeS und der Sprache sein Mitbürger, der Barbier HanSV ol z (um 1480), gleichfalls Dichter von Schwanken und Pria-

Zn vergleichen Flügel, Taschenbuch für die Schaubühne, 1782. —Ed. Devrient, Geschichte der deutschen Schauspielkunst, Leipzig 1848.

D. B.

Ueber deren Ansänge belehr! uns Gottsched in seinem noch immer sehrbrauchbaren Buche: Nöthiger Vorralh zur Geschichte der deutschen dra-matischen Dichtkunst, Leipzig 175g—üb: „Um die Fastnacht zogen zu-weilen verkleidete Personen aus einem Hause ins andere, um ihrenFreunden und Bekannten eine Lust zu machen. Eine lustige Gesellschaftdieser Art kam auf den Einfall, in dieser Verkleidung etwas vorzustellenund eine dieser Mummerei gemäße Unterredung zn halten. Dieser Ver-such gelang; man lobte die unbekannten Schauspieler, man bewirthetesie wohl, oder beschenkte sie gar. Durch diesen Beifall aufgemuntert,verstärkten sich die Banden, und ihre Fabeln und Gespräche wurden all-mälig länger, bis sie zn ordentlichen Nachahmungen menschlicher Hand-lungen anwuchsen, die theils satirisch, theils auch schlüpferig waren, undden guten Sitten eben keinen Vortheil brachten." D. B.