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Britische Literatur.
Die Erscheinung der Normannen, deren Dichtungen roh unddabei ohne jene Frische waren, die den jungen Literaturen eineneigenen Reiz verleiht, gereichte der englischen Poesie nicht zumVortheile. Dank dem Ackerbau und der politischen Verbrüderungliebten die Angelsachsen stets die Schilderung des Landlebens,schlugen gerne einen einfachen volkschümlichen Ton an. RobertMannyng, von Brünne, der im 11. Jahrhundert eine Reim-chronik schrieb, erklärt ausdrücklich, er habe dieselbe nicht für dieGelehrten, sondern für den gemeinen Mann gemacht. Es kamdies auch daher, daß diese Dichter ausschließlich sich des Englischenbedienten, das die Sprache nicht der Edlen sondern des Volkeswar, welches mit eifriger Sorge über ihrer Erhaltung wachte,als das einzige nationale Besitzrhum nach dem Untergang seinerübrigen Rechte. Die Gelehrten aber, denen es um Würden undPfründen zu thun, bediente» sich der französischen Sprache underst als die Regierung derselben entsagte, begannen sie der Mut-tersprache Beachtung zuzuwenden. Deren Grundwescn blieb ger-manisch, aber dazu kam ein starker Zusatz von Französisch, dasdie Normannen gerne zum Uebergewicht gebracht hätten, um jenesstarke Band der Nationalität zu brechen, und wenigstens gelangeS ihnen, dem Volksidiom den Stempel ihrer Aussprache undSpntax aufzudrücken.
Chaucer. 1328-1400.
Die englischen Dichter bis auf Geoffrey Chaucer ver-dienen keine Erwähnung. Dieser lebte an dem Hofe Edua rdölll,wurde als ein Anhänger GloeestcrS im Tower eingekerkert,aber charaktcr- und muthloS, verrieth er seine Freunde und er-kaufte sich damit Freiheit und Schande. Minder schöpferisch alsordnend, ein Talent aber kein Genie, verwandte er seine, trotz-dem er normannischen Stammes, sehr große Kennerschaft deSangelsächsischen, wie deS anglonormannischcn Idioms dazu, umersteres vermittelst deS letzter» zu verfeinern, und führte in jeneSprache viele französische Wörter ein, so daß sie fortan auch denEroberern mundgerecht wurde und ihr vorwiegender Gebrauchim täglichen Leben hauptsächlich alS sein Verdienst anzusehen ist.Und wie der sächsischen und französischen, so bediente er sich auchder italienischen Elemente, und zu Padua erhielt er durch Pe-