Band 
Achter Band.
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dene Stoff wird reichlich ausgewogen durch die Zierlichkeit derArbeit.

Brunelleschi. 1377—1444.

Die neue architektonische Kunst wurde hauptsächlich gcschaf-sen von zwei Florentinern / Brunelleschi und Albern.Filippo BrunelleSchi wurde, weil er zum in seiner Familieerblichen Berufe eines Notarö keine Neigung bezeigte, zu einemGoldschmied in die Lehre gethan, wo er, wie es gebräuchlich war,sich in der Skulptur übte, um der Nebenbuhler Donarcllo'szu werden. Bald aber erkannte er, wie die Baukunst sein eigentli-ches Gebiet und wie passend bei derselben er seine Studien in derGeometrie, Optik und Mechanik anwenden könne. Auch er em-pfand das damals allgemeine Bedürfniß, auf die Antike zurückzu-gehen und dieselbe zu erneuern, und sicherlich bot ihm die römi-sche Architektur, mehr alö die römische Literatur eS vermochte,ein Zeugniß der Größe und der Eigenart dieses ruhmreichenVolkes dar. Konnten Malerei und Bildnerei den klassischen Mu-stern nur eine größere Reinheit der Zeichnung entlehne», so fanddie Baukunst dagegen hier Formen und Construktionen, die gänz-lich verloren gegangen waren. Während der gothische Styl derEinbildungskraft geschmeichelt hatte und gewissermaßen den Siegder Idee über die Materie darlegen wollte, waren die Römerzu einer geistigen Nachahmung der Natur genöthigt gewesen,eine Nachahmung, die ihre Wirkungen aus den materiellen Noth-wendigkeiten zog, daS architektonische System klar hervortretenund die Ornamentik eben nur zur schärferen Verdeutlichung desPlanes und Styles dienen ließ.

Die Rückkehr von der Phantasie zu dem durch den Fort-schritt der Jahrhunderte geläuterten geistigen Verständniß, dieswar also die Aufgabe, welche der Kunst gestellt war"), und

') Es ist dies nicht so zu verstehen, als sei die gothische Architektur an sichgleichfalls eine Uebergangsphase gewesen, die zu überwinden war. son-dern der Berfaffer meint, der vollkommene Baustyl, die vollendete archi-tektonische Kunst hätte aus der richtigen Ausgleichung des antiken unddes gothischen Styls hervorgehe», daraus erst ein drittes vollkommenesgeschaffen werden müffen. Allerdings kann man dieser Ansicht entgegentreten. Es wird vielmehr die gothische Architektur an sich als die voll-kommenste bezeichnet werden müssen, d. h. ihrer Idee nach, womit nichtbehauptet werden soll, daß die vorhandenen Gebäude des gothischen