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BrunelleSchi erkannte dies, die Lösung nur möglich findendauf dem Wege des Studiums der wunderbaren Ueberreste ausdem Alterthum. Indem er zu Rom die Großartigkeit der Ge.
StylS dieser Idee und ihrem Ideale vollkommen entsprechen. „DieIdee dieser Kunst steht allgemein so fest, daß man fle nicht zu bestrei-ten wagt, und wartet nur auf ihre mögliche Verwirklichung. .. Wirunterscheiden in der Geschichte der höher» Baukunst drei Perioden,nämlich die griechische Und theilweise römische, die romanische und go-thische Periode. Die griechische Architektur macht sich nur als eine geo-metrische Schönheit geltend und kaun nur in diesem Sinn unser Wohl-gefallen in Anspruch nehmen. Der griechische Tempel tritt uns miteiner großen Klarheit und Bestimmtheit seiner Consrnktion und Ein-heit entgegen. Wir bemerken nämlich an demselben eine steift Abge-schlossenheit all seiner Theile und eine gerade Zahl in je zwei gleichenSeiten. Die einzelnen Glieder sind bestimmt ausgeprägt und scharf voneinander unterschieden. Der Wechsel von Formen ist gering, indemnur das Vertikale mit dem Horizontalen vorherrschend sich verbindet,und breit gelagerte Schichten sich zeigen. Der architektonische Haupt-schmuck befindet sich an dem Acußern, in der Bildung des Gebälkes,des Frieses, Gesimses und der Säulen. So mannigfaltig auch dieBildungen und Zusammensetzungen von Gebälk, Fries und Gesimswaren, so sind doch die horizontalen in Verbindung mit vertikalen ge-raden Linien vorherrschend. Das Dach ist sehr schräg und der Dach-gibrl bildet einen sehr stumpfen Winkel. Das Einzige, worin diegriechische Architektur den Versuch machte, über das rein geometrischeIdeal hinauszugehen, sind die Säulen mit ihren Sokkeln und Kapitalen.Die Form der Säulen und noch mehr ihre Kapitälbildnng nähert sichschon dem Pstanzenartigen, allein das Gradlinige und scharf Gebrochenebleibt doch au dem griechischen Tempel vorherrschend. Weil der grie-chische Tempel mir ein geometrisches Ideal darstellt, und keine innerearchitektonische Bedeutung hat, beschränkt sich auch seine ästhetische Schön-heit nur auf sein AeußereS. Er erscheint in strenger Einheit seinerTheile als ein geometrisches Ganzes, als etwas fest und bestimmt Ge-wordenes oder Gewachsenes, als ein Wohl gerüsteter Held und als eineobjektive Thatsache. Der römische Tempel hat sich auch nicht über dasgeometrische Ideal hinaus bewegt. Den Uebcrgang von dem geometri-schen zu dem kristallinischen Ideal oder der romanischen Bauweise bil-dete die römische und sofort altchristliche Basilika namentlich durch An-wendung von Wölbungen. Mit dem romanischen Baustyl trat dieArchitektur in ihr zweites Stadium. Die romanische Architektur be-gnügte sich nicht mehr mit der Darstellung eines geometrischen Ideals,sondern suchte dasselbe durch verschiedene Bildungen zu überkleiden oderzu verhüllen und zu einem lebensvollen Organismus zu erheben. Die-selbe geht ebenfalls von einer geometrischen Idee aus, allein sie will