Band 
Achter Band.
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bäude betrachtete/ war seine Aufmerksamkeit eine derartige, daßer ganz außer sich schien... Er beeiferte sich unausgesetzt/ dieseWerke nachzuzeichnen/ und er ließ nicht ab/ bis er deren aller

diese nicht so unmittelbar und sichtbar durch ihr Werk hervortretenlassen, wie dies bei dem griechischen Tempel geschehen ist. Ihr Stre-ben ging daher zunächst dahin, die geraden horizontalen und senkrechtenLinien zu brechen, und das Gerade mit dem Krummen zu verbinden,die Flächen manigsaltig zu beleben, das Plumpe und Massenhafteleicht und heiter zu machen. Dies gelang ihr auch durch Anwendungder Gewölbe, besonders der Kreuzgewölbe, durch die Gliederung derTragpfeiler und schlanke emporstrebende Formen. Der augenfälligeUnterschied zwischen dem griechischen Tempel und dem romanischen Bauzeigt sich darin, daß letzterer in einer Gruppe kristallartiger Bildungenerscheint. Der romanische Bau besteht aus mehreren Gebäuden vonverschiedener Form, aus Kreuz - und Querschiff, Haupt - und Neben-schiffen, dem runden Chorabschluß und Thürmen. Schon die Mannig-faltigkeit der Gebäude, die hier ein organisches Ganzes ausmachen,macht einen Hähern Eindruck als der griechische Tempel. So mannig-saliig die Gruppirnng von Bauformen ist, so spricht sich doch die Einheitderselben klar und bestimmt aus. Die horizontale Richtung, die hiernoch vorherrscht, wird durch die Höhe der Gebäude in die vertikale hin-übergeleitet, die Fläche der Wände ist durch Fensteröffnungen und archi-tektonische Verzierungen gebrochen und im Innern mit Malereien be-lebt, das Emporstreben der Glieder ist unverkennbar und der-Abschlußdes Aufwärtsstrebens durch Rundbögen gefällig. Die Anwendung desLaubwerkes an den Kapitalen und andern Stellen läßt schon das Stre-ben wahrnehmen, das Geometrische mit organischen Forme» zu über-klciden und die Erfüllung der höchsten Aufgabe der Architektur anzu-bahnen. Weil dieser Styl die Kristallisation der Natur im Allgemeinenzu wiederholen strebt, können wir das zweite Stadium der Architekturdas der Kristallisation nennen, womit der Vorzug der romanischen Ar-chitektur vor der griechischen in ästhetischer Beziehung hinlänglich be-zeichnet wird. Und wie der griechische Tempel ein gewordenes, in sichruhendes Ganzes ist, eine vollendete Thatsache, die an sich verständlichist, so steht der romanische Dom in großer Ruhe, Abgeschlossenheit undObjeetivüät vor unsern Auge». — Einen hoher» Grad von Vollkom-menheit hat die gothische Architektur erreicht, indem sie das geometrischeIdeal nicht nur zur Kristallisation erhob, sondern diese auch mit Pflan-zenartigem überkleidete oder die Kristalle in eine lebensvolle Organisationhinüberleitete. Je mehr es der Architektur gelingt, die geometrischeGrundlage zu kristallistren und pstanzenartig zu beleben, desto höher istder Werth ihrer Werke in ästhetischer Beziehung, weil dadurch dasGeradlinige und Flache dem Anblick entzogen, das Schwere leicht, dasPlumpe gefällig, das Steife beweglich, das Gezwungene frei und da§