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namhaften Baukünstler der Welt gewandt/ und man muß Anstandnehmen / an die wunderlichen Vorschläge zu glauben / die beidiesem Anlaß sollen gemacht worden sein / so u. A. in der Mitte
telaliers Zeugniß von diesem Zustande des deutschen Volles in dieserZeit. Trefflich sind die Worte Schnaase's (Geschichte d. bild. Knuste.4. Vd, S. 333): „Diese Uebereinstimmung der baulichen Form mitdem Zeügeiste ist auch die Quelle ihrer Schönheit. Die Zeit war einegroße, ties erregte, fromme, jugendlich kräftige, sie erfaßte die höchstenWahrheiten in einer vielleicht beschränkten, aber auch bestimmten, Ver-trauen erweckenden Form und drückte das Gepräge dieser Form allenLcbensänßerungen anf. Sie besaß daher die Elemente einer künstle-rischen Entwickelung,. und strebte mit wahrer Sehnsucht nach einersolchen, um eine Anschauung ihres innern Wesens zn erlangen. DasVerdienst der Meister war es, daß sie, die Begabten, sich treu und be-scheiden diesen, allgemeinen Streben Hingaben, daß sie nichts Anderesnnd Besseres geben wollten, als was die Zeit gewährte, und so dembewegten Leben seine Formgcsetze ablauschten, sie in dem ruhigen Ele-mente der Architektur zur vollendeten Gestalt ausprägten. Dies wardas Geheimniß jener alten Meister, ein wahres, ihnen selbst unbewuß-tes, nicht ein willkürlich verschwiegenes Mysterium, das ihre» Nachfol-gern entschwand, während sie die leeren Hülsen zurückbehielten, das aucheben so wenig wiedergefunden werden, als die Zeit mit allen ihren Be-dingungen zurückkehren wird. Auch die Werke dieser Meister sind da-her nur das Abbild einer vergangenen Zeit, aber das verklärte, vonden Zufälligkeiten der Geschichte gereinigte Abbild einer bedeutenden,im Entwicklungsgang des menschlichen Geschlechts hochwichtigen Zeit.Sie theilen das Loos mit denen der Griechen und haben wie diese eineewige Wahrheit nnd Schönheit, haben vor ihnen noch den Vorzug,daß sie der Ausdruck christlicher Gefühle sind, die, wenn auch in etwasanderer Färbung, immer bestehen, immer verstanden nnd immer An-klang finden werden, nin so mehr, je mehr das Christenthum seinenweltgcstaltendcn Beruf erfüllt haben wird." — Der gothische Dom istdaher vorzugsweise eine christliche Architektur, da er aus dem christlichenGeiste der Einigung und Einheit entstanden nnd ein entsprechender Aus-druck desselben ist. Wie nun diese Kunst aus dem christlichen Geistehervorgegangen ist, so wirkt sie auch wieder auf Belebung und Stär-kung dieses Geistes zurück, oder ist geeignet, den Geist Christi, den Geistder Einigung nnd Einheit, der Freiheit und Erhebung, der Läuterungund Verklärung der Christengemeinde zu vermitteln. Weil ein Kunst-werk nicht absieht- und zwecklos sein kann, sondern seiner Natur nachaus Belebung des Sinnes für das Schöne und Edle abzielt, nnd diewahre Kunst auch nie ihre hohe Aufgabe verhehlt hat, so dürfen wirauch dem Kunstwerke der gothischen Architektur eine hohe Wirksamkeitzuschreiben und es das wirksamste unter allen Kunstwerken nennen.