Band 
Achter Band.
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St. Annakirche zu Annaberg in Sachsen (1525) stellt den Stamm,bäum Christi vor. Dieser geht von der Brust deS zu untcrstliegenden Abraham aus,und steigt zu sieben/ von Säulen und Ge.simsen eingefaßten Feldern in symmetrischer Anordnung auf, wodie Hauptpersonen in halben, aus Blumenkelchen hervorragendenPersonen sich zeigen. Im Hauptfelde sieht man Maria mitJoseph in ganzen Figuren und zwar in großen Blumenkelchenknieend und das Christkind anbetend, auf welches von einer Attikaherab goldene Strahlen fallen. Die Skulpturen sind alle ausgelblichem Stein und auf einem Grunde von röthlichem Marmoraufgesetzt. In derselben Kirche fertigten noch drei andere Mei.fter, TheophiluS Ehrcnfried, Jakob Hcllwig undFranz v. Magdeburg, die 100 Reliefs, welche die Brüstungder an den Wänden mit vorspringenden Erkern umlaufenden Em.poren schmücken, und die theils die Lebensalter beider Geschlech.tcr vom 10. bis zum IM. Jahre, theils biblische Gegenstände,von der Erschaffung der Welt bis zum jüngsten Gericht, dar-stellen. Dies ist vielleicht die reichste Folge biblischer Darstel.lungcn, welche die Plastik ausgeführt hat. Die der Mehrzahlnach steinernen und um 1520 entstandenen, vier Fuß hohen undmeistens drei Fuß breiten Reliefs wurden 1522 bemalt, 1524illuminirt und vergoldet (neuerdings hat man sie sämmtlich bron.zirr und nur die Vergoldung der Gemälde beibehalten). —Loyen Hering von Eichstädt schuf zwischen 1518—21 daö Mar.mordenkmal des Bischofs Georg III im Bamberger Dom;Konrad Blauen 1523 daS große Hautrelief der Kreuztragungan der Außenwand der Stcphanskirche zu Wien, in einer NischedeS ChorS.

Von den meisten Stcinskulpturen aber, die in Deutschlandaus jener Zeit vorhanden, vermag man die Meister nicht anzu-geben. Dasselbe ist der Fall mit den meisten der unzähligen Holz-schnitzereien aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Erst aus derzweiten Hälfte deS 15. Jahrhunderts kennen wir einige Meisterdieser Kunst, der die Plastik in Deutschland einen lebhafter»Aufschwung verdankt, denn in dem leichter und wohlfeiler zu be-arbeitenden Holz wurden nicht nur große zusammengesetzte Werke,wie Altäre und Chorstühle gearbeitet, sondern eS wurden auchHäuser im Innern und Aeußern damit geziert. Der erste Mei.ster, dessen wir erwähnen können, ist Jörg Syrlin der Ael-tere, dessen vorzüglichstes Werk (1469—1474) die großen Chor.