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stuhle des Ulmcr Münsters sind. Wenn diese Chorstühlc mit ihren89 Sitzen in zwei Reihen durch ihre reiche und harmonischeArchitektur schon einen überraschenden Eindruck machen, so wirdman zu lebhafter Bewunderung hingerissen, wenn man die pla-stische Ausstattung näher betrachtet. „Zunächst erblickt man anden Stellen, wo man auS der vorder» Reihe der Stühle in dieHintere gelangt, nämlich an den Enden und in drei Abtheilungendazwischen, wo daö durch die ganze Reihe laufende Betpult durchQuerwände unterbrochen wird, auf den vordcrn Ecken derselbenetwas über lebensgroße Brustbilder mit Händen. Die acht aufder linken Seite stellen die Weisheit und Poesie des HeidenthumSin den Büsten des PliniuS Sccundus, Quintilian, Seneca, Te-renz, Cicero, Ptolemäuö und PythagoraS vor. Ein Brustbildmit einem Lorbeerkranz in der Hand wird für das Bildniß deSMeisters Jörg Syrlin gehalten. Die acht Brustbilder auf derrechten Seite deuten die Verkündigung des Heilandes von Sei.ten deS HeidenthumS an, indem sie die delphische, libysche, tibur-tinische, hellespontische,. kumanische, kimmersche, phrygi'sche Si.bille darstellen. Daö achte Bild soll das Bildniß der Frau desSyrlin sein. In der Nische je eines Stuhles an der Rückwandbefindet sich in sehr erhabener Weise wieder ein Brustbild, undzwar stellen die an der linken Seite die Verkündigung des Herrnvon Seiten deS JudenthumS durch die zwölf Propheten nebsteinigen Vorfahren Christi, wie König David u. s. w. nebst an-dern alttestamentlicyen Männern dar, während die an der rechtenSeite ausgezeichnete Frauen deS alten BundeS, wie Sara, dieKönigin von Laba, vorstellen. Alle diese sowie die untern Brust,bilder sind mit ihrem Namen und mit einem auf sie bezüglichenlateinischen Spruch bezeichnet. Darüber in den vorspringendenGiebelfenstern befinden sich in etwas kleinern Brustbildern, diefast ganz rund sind, ausgezeichnete hl. Männer und Frauen deSneuen BundeS und zwar links außer den zwölf Aposteln und demEvangelist Markus der heil. StephanuS, Georg, Laurentiusund Damiauus, rechts der Gefährte des Letzteren, der hl. CoS.maö, der Evangelist LukaS, in der Mitte heilige Frauen, MariaMagdalena, Elisabeth, Malburg. Dieses großartige und kunst.reiche Gestühl ist auS Eichenholz gearbeitet und nicht bemalt"*).
') Fr. Faber, Conversatwns-Lerikon für bildende Kunst, Bd. H.
D. V.