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Von der Hand desselben Meisters, der auch in dem s, g. Fisch-kasten am Marktbrunnen zu Ulm 1482 eine vortreffliche Stein-bildnerei, in der Form einer gothischen Pyramide mit drei Rei-terstacuen, hinterlassen hat — ist noch ein Gestühl mit drei Sitze»/laut Inschrift 1468 gefertigt und noch vorzüglicher gearbeitetals das große. Nach der Inschrift stammen auch die Chorstühlcin der StephanSkirchc zu Wien/ Reliefs aus der Leidensgeschichteund andere Darstellungen enthaltend, von diesem Meister her.Von dessen Sohne/ dem jüngern Iörg Syrliit/ sind besonderszwei Werke bekannt / die Chorstühle im Kloster Blaubeuren, imJahr 1496 vollendet/ und der prächtige Kanzeldeckel/ 1510 fürdas Ulmer Münster gefertigt. — Gleichzeitig blühten SimonBai der in Konstanz, der im Jahr 1470 die noch an dem Haupt-portal des DomeS daselbst zu sehenden Reliefsdarstellungen auSder Leidensgeschichte schnitzte/ und in Nürnberg der Bildhauerund Maler Michael Wohlgemut!). Er schuf zahlreiche Altar,werke, wovon zu Schwabach, Hetlbronn und in der Frauenkirchezu Zwickau die besten. DaS letztere, 1479 begonnen, hat imInnern neun lebensgroße, reich und zierlich vergoldete und be-malte Statuen aus Lindenholz. In der Mitte von Heiligenerscheint Maria mit dem Christkind auf einem Halbmond. Aufjedem Flügel sind zwei weibliche Heilige dargestellt. — Dergleichzeitige Friedrich Herlin zu Nördlingen ist ebenfalls Malerund Bildhauer. Diesem werden die Altarwerke zu Rolhenburgan der Tauber, zu Nördlingen und DinkclSbühl zugeschrieben.Dies letztere hat drei vergoldete und bemalte Holzstatuen vonHeiligen in der Tracht deö 15. Jahrhunderts mit Schnabclschuhen,und daran wie an den Malereien auf den Altarstügeln bemerktman, daß Herlin in der Eick'sehen Schule gebildet ist. Andem Altanvcrke zu Rolhenburg lernen wir Herlin vorzugsweiseals geistreichen Bilderschnitzer kennen und hier zeigt sich auchdeutlich, daß die Fortschritte der Plastik zu dieser Zeit von denender Malerei abhängig wurden , denn man findet hier in der Pla-stik ediern und lebendiger» Ausdruck der Köpfe, reinere Zeichnungund ein gefälligeres Gefält als in den übrigen Werken dieserZeit, um 1466, wo dieses Altarwerk entstanden ist. Anderenamhafte Meister, die neben dem jungen Syrlin im Anfangdeö 16. Jahrhunderts erscheinen, sind Heinrich Schickhartvon Singen, auS der Ulmer Schule, Daniel Mauch von Ulm,wo er 1521 im Münster das Schnitzwerk am Altarschrein fertigte.