Band 
Achter Band.
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Nachläßigkeit oder die Beschränktheit der Spanier zu Grunde.Eine den Mexikanern ganz eigenthümliche Kunst aber war dasZusammensetzen einer Art von Mosaiken aus Muscheln und Vogel,federn von den prächtigsten und zartesten Farben; Kunstwerkedieser Art waren sehr häufig; sie dienten zur Ausschmückungder Tempel und Götzen, zu den Auszeichnungen der Staatsbeam-ten, zu Teppichen und Baldachinen*). Ihre Märkte waren mitallen nöthigen Produkten reichlich versorgt und als Geld dientenihnen Kakaobohnen, Stücke Baumwollenstoff, mit Pulverstaub ge-füllte Schilfrohre, dünne Kupfer, oder Zinnplaktcn. Zur Be.quemlichkcit deS Verkehrs wurden von der Regierung Landstraßenund Brücken auS Strickwerk sorgfältig unterhalten. Auf demgroßen Marktplatze stand ein zierliches Gebäude, in welchem zehnoder zwölf Richter saßen, um die sich erhebenden Zwistigkeitcnzu schlichten, während andere Beamte sich unter die Verkäufermischten, um auf Waaren, Maß und Gewichte ein wachsamesAuge zu haben. ES gab Gefängnisse für die Verbrecher und be-sondere Beamte zur Verhaftung der Edlen — alles Einrichtungen,die auf einen sehr entwickelten Kulturzustand schließen lassen.ES gab sogar eine Verzehrsteuer, die von Marktmeistern an denStadtthoren erhoben wurde; das Wasser ward unter den Brückenin Barken vermessen und verkauft, als Staatsregal. Philipps IIArzt, Hernandez, der den Auftrag hatte, über die Kenntnisseder Mexikaner Untersuchungen anzustellen, ließ sich von ihrenAerzten 1200 offizinclle Pflanzen und überhaupt 200 Vogel sowieandere Thiere und Mineralien nennen, von denen sie in ihrerKunst Gebrauch machten.

Die verschiedenen Volköstämme hatten ihre eigenen Sprachen,von denen die der Azteken am bekanntesten geworden. ES fehlenihr die Lautzcichen b, st, 5, Z, r, s, trotzdem ist sie reich an Sub-stantiven und namentlich an Diminutiven, vermag auch abstrakteBegriffe auszudrücken und sehr leicht zusammengesetzte Worte zubilden, zum großen Nutzen der Geographie und Narurwissenschaf.tcn, indem sie Eigennamen und Gattungswort, die Bezeichnungen

*) Unter den Taraskanern hat sich dies« Kunstfertigkeit erhalten und sieführen ganz wunderbare Gemälde aus durch Zusammensetzung von Tau-senden von Federn, von denen manche nicht größer sind als der Kopfeiner Stecknadel. Jetzt geben sie diesen Federgemälden Metakplatten alsUnterlagt, früher, vor der Ankunft der Spanier, wurde diese von Bana-nenblättern gebildet.